LLL 2014 – Gertrud Leutenegger: Panischer Frühling
Weil der Vulkan auf Island so einen unaussprechlichen Namen ha, über den auch die Nachrichtensprecher der Reihe nach gestolpert sind, können wir uns noch ganz gut erinnern an seinen Ausbruch im April 2010. Wegen der vielen Aschepartikel, die er in die Luft gespuckt hat, musste tagelang der Flugverkehr eingestellt werden und viele Fluggäste strandeten auf irgendeinem Flughafen. Für diejenigen, die nichts aufs Fliegen angewiesen waren, gab es ein paar Tage blauen Himmel ohne Kondensstreifen und ohne Fluglärm. In diesen Tagen streift die Ich-Erzählerin – wir erfahren ihren Namen nicht, erfahren nur etwas über ihre Kindheit in der Schweiz und können auf ihr Alter schließen, da sie den Mauerbau in Berlin als Kind erlebt hat – durch London. Sie lebt für einige Monate in einer kleinen Wohnung im East End, neben ihren hauptsächlich pakistanischen Nachbarn, die Bars betreiben, Esslokale, Basare, die Hochzeiten feiern und mit einer gewissen Verwunderung im Fernsehen verfolgen, wie Großbritannien die eigenen in Europa gestrandeten Bürger mit Schiffen nach Hause holt, gerade so, als müssten sie aus einer schweren Katastrophe befreit werden. Die …










































