Monat: Oktober 2020

Live-Literatur bei der Wuppertale Literatur Biennale

Nach den vielen Monaten fast ohne Kino, Konzert, Theater und Lesung ist die Freude auf Kulturabende ganz besonders groß. Und so ist es ja fast nicht zu glauben, dass die ursprünglich für Mai geplante Literatur Biennale nun doch noch stattfinden soll, wenn auch mit gekürztem Programm an nur 4 statt 10 Tagen. Dass trotzdem auch schon zwei Veranstaltungen dieses Programms abgesagt wurden, macht deutlich, dass die steigende Zahl der Corona-Infizierten, die sich bildenden Hot-Spots hier und da, die Bedenken der Beteiligten stärken und ihr Reisen verhindern.   In dieser Woche haben das Kulturbüro der Stadt Wuppertal und der Koordinierungskreis als vorbereitende Teams der Literatur Biennale zu einer Pressekonferenz geladen und den diesjährigen Themenschwerpunkt und das Programm vorgestellt. Schon vor zweieinhalb Jahren sei das Thema festgezurrt worden, das in diesem Jahr und mit den Erlebnissen und Erfahrungen einer Pandemie ganz besonders aktuell sei: Tier, Mensch, Maschine – Berührungen. So gebe es auf der einen Seite einen Paradigmenwechsel beim Verhältnis zwischen Mensch und Tier, da das Tier mehr und mehr als Subjekt wahrgenommen und um seine Rechte …

Birgit Birnbacher: Ich an meiner Seite

Arthur Galleij ist auf seinem Weg in das Leben als Erwachsener ein einziges Mal falsch abgebogen. Und für sechsundzwanzig Monate im Gefängnis gelandet. Nun ist er entlassen und kann ein Jahr lang in der Wohngemeinschaft von „weitermachen e.V.“ leben, mit Therapiesitzungen bei Konstantin Vogl, genannt Börd, täglichen Gesprächsrunden mit den anderen Jungs auf ihrem Resozalisierungsweg und ständigen Bewerbungen um Praktika oder Ausbildungsstellen. Aber mit diesem Makel im Lebenslauf ist es gar nicht so einfach, in ein Leben zurückzukehren, das auf mehreren Märkten stattfindet: dem Arbeitsmarkt und Wohnungsmarkt, dem Partnermarkt. Mal davon abgesehen, dass Arthur sich ja auch ganz allgemein im Leben nicht so richtig zu Hause fühlt. Birgit Birnbacher erzählt in ihrem Roman den Weg Arthurs während dieses Resozialisierungsjahres nach seiner Entlassung. Dass am Gefängnistor nicht seine Eltern stehen, sondern die schwer kranke Grazetta, das erklärt schon einige seiner Probleme. Und die zeigen sich im Laufe dieses Jahres in vollem Ausmaß. Dann, wenn sich Arthur zurückerinnert an sein Leben in Hallein in der Eisenbahnersiedlung oder im Hospiz in Spanien. Und wenn er für seine Therapie …