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Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen

Seit dem 19. Jahrhundert sind Menschen aus aller Herren Länder ins Ruhrgebiet gekommen. Sie sind den schlechten Lebensbedingungen in ihrer Heimat entflohen und haben hier Arbeit gefunden, „unter Tage“ beim Kohleabbau oder in den Stahlwerken beim „Stahl kochen“. Sie haben schwere und oft auch gefährliche Arbeit geleistet, haben ihre Gesundheit ruiniert bei Arbeitsunfällen und durch das schleichende Gift des Kohlenstaubs. Sie haben sich oft ihr Leben lang nicht heimisch gefühlt in der neuen Heimat in Bottrop oder Dinslaken, in Gelsenkirchen oder Dortmund und in den kleinen, ärmlichen Bergbauwohnungen direkt neben dem Pütt. Aber sie haben zumindest mit ihren Familien gelebt, sind an einem Ort geblieben und haben Freundschaften geschlossen. Und manch einer hat neue Hobbys gefunden, den Fußball oder die Taubenzucht.

Heute sind die Zechen nördlich der Ruhr längst geschlossen. Der Hunger der Welt nach Energie wird in den Ölfeldern gestillt, die Arbeit ist dorthin gewandert, mit ihr die Arbeiter. Wie damals unter Tage arbeiten nun Männer verschiedenster Nationalitäten auf den Ölplattformen, aber sie gehen nach der Arbeit nicht zu ihrer Familie nach Hause, sondern bleiben nach den harten und langen 12-Stunden-Schichten in den engen Unterkünften der Plattform.

Anja Kampmanns Roman setzt genau hier ein, auf einer Ölplattform im Atlantik vor Tunesien. Dort arbeitet Wenzel, dessen Eltern in den 1950er Jahren aus Polen nach Bottrop gekommen sind. Mit Milena ist er später, Anfang der 1990er Jahre, zurück nach Polen gezogen. Eine Zeitlang ging das gut, aber dann fehlte das Geld und Wenzel, nun Waclaw, entschloss sich, auf einer Ölplattform zu arbeiten, dort könne er gutes Geld verdienen, denn

„warum schien alles falsch, wenn kein Geld da war für ein Auto und Benzin und Busticket und Zeitung. Was konnte falsch sein an diesem Licht.“

Zwei Wochen auf der Plattform, zwei Wochen frei, Zeit genug, immer wieder nach Hause zu kommen. Harte und gefährliche Arbeit, wie die im Bergbau, leisten sie auch, die Öl-Arbeiter. Und sie reisen den Ölfunden hinterher, von der Nordsee in den Atlantik und dann zum Golf von Mexiko, moderne Wanderarbeiter, nirgendwo mehr zu Hause.

„Einige schafften es, nach ein paar Jahren aufzuhören. Sie legten, was sie verdient hatten, beiseite. Bauten Häuser – kehrten zurück in die Welten, die über Jahre die Innenwände ihrer Spinde ausgekleidet hatten, Eselsohren in Kinderlocken und Plastikrutschen, abgegriffene Fotos. Papier, das man hervorholen konnte. Papier, das manchmal nichts anderes sagte, als dass die Zeit nicht stehenblieb. Nicht für ein Bild. Nicht für Andrej. Nicht für Pippo. Nicht für ihn.“

Denn anders als die Eltern, die ihr Leben immer neben der Zeche verbracht haben, eröffnet sich für diese Arbeiter eine neue, eine verlockende, eine weite Welt, wenn sie nach den zwei Wochen Arbeit die Plattform verlassen. Und Waclaw nutzt die Möglichkeiten, die sich ihm bieten, die Freiheit, die er sich nun auch leisten kann, wenn er fremde Länder bereist, wenn er die zwei Wochen Auszeit an Küste Tunesiens verbringt. Das ist allemal interessanter, als nach Hause zu fahren. Weil er in den zwei Wochen auf der Plattform vergisst, was sein Zuhause ausmacht. Und weil er weiß, dass die Welt dort ihn gar nicht mehr braucht.

„Die anderen Länder hingegen waren aufregend, der Schnaps war anregend, der Tanz, die Musik brauchten den langsamen Rhythmus nicht, der die Jahreszeiten auf das Land und zwischen die Zaunpfähle presste. Es war auf der anderen Seite des Atlantiks. Es gab den verdammten Krieg nicht in den Köpfen, und die Wiederbewaffung nicht und die verdammte Zeche nicht, all das.“

Waclaw jedenfalls schafft es nicht, die Jobs auf den Ölplattformen zum Start für ein neues Leben an Land zu nutzen. Milena merkt, wie er sich vom Leben bei ihr immer weiter entfernt. „Du bist ein anderer“, sagt sie zu ihm und ein paar Wochen später schreibt sie in einem Brief „komm nicht mehr“.

Bei einer Sicherheitsschulung lernt er Mátyás kennen, einen jüngeren Arbeiter aus Tschechien mit dunklen Locken. Sie freunden sich an, verbringen die freien Wochen gemeinsam an Land, reisen, trinken, spielen, sitzen in der Sonne und schauen aufs Meer. Es ist wohl mehr als eine Freundschaft, die sie verbindet. Ein paar Jahre Jahre arbeiten die beiden in gemeinsamen Schichten auf Ölplattformen, teilen sich ein Quartier und verbringen die freien Wochen zusammen. Nun hat Waclaw so etwas wie Familie, einen Partner, einen Halt, mit dem er abseits der Plattform sein selbstbestimmtes und ungebundenes Leben genießen kann.

Aber dann passiert das Unglück: nach einem nächtlichen Sturm – die Arbeit wurde erst eine halbe Stunde später offiziell abgebrochen –  kommt Mátyás nicht von seiner Schicht zurück. Er bleibt vermisst und die Verantwortlichen der Plattform machen sich gar nicht erst die Mühe, ihn zu suchen. Aber Waclaw bekommt sofort frei, damit er Mátyás Habseligkeiten nach Hause bringen kann. So reist Waclaw erst nach Prag und dann weiter aufs Land, zu Mátyás Schwester Patrícia, um ihr die Nachricht zu überbringen und einen Seesack mit den Dingen, die dem Bruder gehörten. Waclaw schaut sich alles genau an, erforscht, wie Mátyás hier gelebt hat. Er meint zu erkennen, dass dieser öde, trockene Landstrich auf Mátyás so einengend und beklemmend gewirkt habe, wie die Gladbecker Straße auf ihn.

Aber dann merkt er, dass Mátyás ihm längst nicht alles erzählt hat. Denn Mátyás hat ein Pferd gekauft, einen Hengst, der auf der Weide steht und von dem erst Patrícia ihm erzählt. Früher sind sie gerne zu Pferderennen gegangen, auf alle großen Rennbahnen, und haben dort gewettet. Aber dass Mátyás in seiner Heimat ein Pferd hat, einen Grund zurückzugehen, „eine Boje, eine Markierung, ein vergessener neuer Anfang“, davon wusste Waclaw nichts.

Waclaw kehrt nach seiner Reise zu Mátyás Schwester nicht zu seiner Arbeit auf die Bohrinsel zurück. Er beginnt eine Reise von Malta über Italien bis in die alte Heimat Bottrop und dann weiter in Richtung Polen zu Milena. Die Reise dauert Monate, er besucht alte Freundinnen und Freunde, bleibt ein paar Wochen in Norditalien bei Alois, einem Freund des Vaters, bei dem er als Kind den Umgang mit den Tauben gelernt hat. Aber wohin Waclaw auch kommt, er findet für sich keine Boje, keine Markierung, keinen neuen Anfang.

Anja Kampmann erzählt also die Geschichte eines Arbeiters auf einer Ölplattform. Dabei wird diese Arbeit, nicht wie in der Arbeitsliteratur der 1970er Jahre, breit thematisiert, sondern lediglich skizziert, wenn auch sehr anschaulich. Im Mittelpunkt steht Waclaws Reise quer durch Europa, stehen seine Beobachtungen und seine Reflektionen. Wie ein Flaneur besichtigt und erforscht er mit genauem Blick seine Umwelt, bewertet sie kaum, findet in ihr eher einen Assoziationsraum, der ihn immer wieder zurückführt zu den Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend, an die Zeit mit Milena und die Zeit mit Mátyás. Die Motive von Freiheit – das sind immer wieder Vögel – und Verwurzelung und Halt – ein Anzug, der Waclaw stützt, die Orte, an die die Menschen gebunden sind, die er während seiner Reise trifft – illustrieren dabei den inneren Konflikt Waclaws.

Noch ungewöhnlicher als die Geschichte ist jedoch die Sprache, in der sie erzählt wird. Sie ist so verdichtet und so poetisch, dass es verwundert, dass dies Anja Kampmanns Roman-Debüt ist. Und so plastisch und anschaulich, dass der Leser auf der Ölplattform sich zusammen mit Waclaw in den Gurt stemmt, um dem Sturm zu trotzdem, dass er zusammen mit Waclaw die staubige Landschaft der Puszta betrachtet, zusammen mit ihm durch die Alpen nach Deutschland fährt, die Taube Enni im Korb auf dem Sitz nebenan, und ihr zuschaut, wie sie aufsteigt in den Himmel über Bottrop, zusammen mit Waclaw hoffend, dass sie ihren Weg zurück findet zu Alois´ Häuschen hoch oben in den Bergen. Und die Sprache ist so melancholisch, dass der Leser doch immer wieder schlucken muss, auch wenn Waclaw nicht ein einziges Mal an Trauer denkt, auch wenn er leer zu sein scheint von eigenen Gefühlen. Dass Anja Kampmann an dieser Sprache Jahre gearbeitet hat, wie sie im Interview auf der Leipziger Buchmesse Bozena von Das Debüt erzählt, dass kann man sich gut vorstellen. Und dabei dürften ihr ihre Erfahrungen als Lyrikerin sehr geholfen haben.

Anja Kampmann also erzählt den großartigen Roman eines modernen Arbeiters, der die Beschränkungen seiner Herkunft meinte überwunden zu haben, dafür aber an einer Halt- und Heimatlosigkeit leidet. Sie erzählt weniger von der Arbeit als davon, was die Bedingungen der Arbeit mit den Menschen machen. Und so wie es ungewiss ist, ob Enni ihre Heimat in Italien wieder findet nach dem langen Flug aus dem Ruhrgebiet, so bleibt auch die Zukunft Waclaws offen.

Anja Kampmann (2018): Wie hoch die Wasser steigen, München, Carl Hanser Verlag

Anja Kampmanns Roman ist nominiert für den Leipziger Buchpreis 2018.

Eine weitere Besprechung findet ihr bei literaturleuchtet.

 

 

13 Kommentare

  1. Die Leseprobe im Vorfeld des Buchpreises
    fand ich sehr stark
    – zum Roman bin ich leider noch nicht gekommen. Ob man sich wundern sollte, dass ausgerechnet ein Debüt so dicht gearbeitet ist… ich glaube nicht. ich beobachte jetzt schon länger, dass sich die eigentlich zu erwartende Lernkurve bei Autoren umgekehrt hat. Am Debüt kann gefeilt werden, bis es perfekt ist, danach verlangt eine Melange aus Verlag, Markt/Leser und vielleicht auch der Pragmatik von Autorenseite ca alle zwei Jahre ein neues Buch. Das schleift auch die Meisterschaft ganz großer ab, siehe Salman Rushdie.

    • Über die Aspekte, die du in deinem Kommentar angesprochen hast, über den Druck beim zweiten Roman sozusagen, habe ich so noch gar nicht nachgedacht. Klar, wenn der erste gut angekommen ist, dann liegt die „Erfolgslatte“ hoch, sicherlich alleine schon wegen der eigenen Erwartungen. Und dann kommen noch die Erwartungen und die Anforderungen, in einer bestimmten Zeit wieder mindestens etwas so Gutes zu schreiben, von außen hinzu. Aber: Auch wenn es immer wieder Debüts gibt, die schon perfekt sind – ich denke jetzt gerade an Uwe Johnsons „Mutmassungen über Jakob“ -, dann wird es doch auch Autoren geben, die, auch unter der Nebenbedingung, dass ja jeder neue Roman ein „Prototyp“ ist, im Laufe ihres Autorenlebens immer noch mehr dazu lernen, sich im Prozess der Arbeit immer mehr professionalisieren. Und so kompensieren können, dass sie nicht mehr so viel Zeit haben, um am Geschriebenen zu feilen. – Wie dem auch sei: Kampmanns Debüt ist aus meiner Sicht „rund“ und ich werde sicherlich auch in drei oder vier oder fünf oder in wieviel Jahren auch immer ihren zweiten Roman zur Hand nehmen. Also: kein Druck von mir ;).
      Schöne Osterfeiertage wünscht Claudia

  2. Liebe Claudia
    danke für die Vorstellung dieses Romans. Ich habe teilweise in Bochum studiert und so ist mir das Ruhrgebiet vertraut. Und du glaubst es kaum, eine Nachbarin von mir hier in Cley next the Sea kommt aus Bottrop, wo ich damals mit Bibi Wintjes Kontakt hatte. Ich schrieb in seiner Zeitschrift.
    Mit lieben Grüßen vom sonnigen Meer und schöne Feiertage
    Klausbernd 🙂

    • Lieber Klausbernd,
      das ist ja verrückt, aber ich habe auch in Bochum an der guten, alten RUB studiert. Wie witzig. Und mein Mann hat unter Tage gearbeitet und in Bochum Bergbau studiert. Einmal bin ich dann tatsächlich auch angefahren, um mir die Arbeit unter Tage anschauen zu können. Deshalb fand ich ja auch alle Passagen zum Bergbau und über das Leben neben der Zeche sehr spannend in Kampmanns Roman – ein Wiedererleben sozusagen. Und dann scheinen ja auch die Menschen aus dem Ruhrgebiet viel Neugier auf Neues zu haben und tauschen Bottrop mit der englischen Küste. Ein Stück ja auch: wenig Natur und räumliche Enge mit der Weite des Meeres, der Landschaft und dem Himmel. So ähnlich hat es ja auch Waclaw gemacht.
      Ich wünsche euch schöne Osterfeiertage mit ganz viel Frühlingssonnenschein, Claudia

      • Liebe Claudia,
        ich studierte dort ab Ende der Sechziger Jahre Germanistik, Philosophie und Geologie. Aber dann lebte und arbeitete ich einige Jahre in Montreal und New York und lebe nun seit über 30 Jahren in Cley next the Sea an der Küste Nord Norfolks in einem großen Natur- und Vogelschutzgebiet. Ja, dieser Wandel vom Städtebewohner zum Naturfreak …
        Mit lieben Grüßen vom Meer
        Klausbernd

  3. Liebe Claudia,
    ich erinnere mich noch gut, wie nahe meine Eltern an unserem zuhause gearbeitet haben. Mein Vater brauchte 5 Minuten in die eine Richtung in die Glaserei und meine Mutter brauchte 5 Minuten in die andere Richtung zum Kaufhaus Bilka.
    Bei mir war die Nähe schon weiter entfernt – ich brauchte dann 45 Minuten mit der U-Bahn zur Arbeit oder zur Uni.
    Bei meinem Sohn gibt es keine Nähe mehr ans zuhause, er studiert in Göttingen.
    Und ich weiss, es geht noch weiter weg.
    Ich habe gleich in der onleihe geschaut, ob das Buch verfügbar ist und es mir gerade ausgeliehen.
    Ich bin gespannt.
    Ein schönes Osterfest wünscht dir Susanne

    • Liebe Susanne,
      ich glaube, Kampmanns Roman wird dir gefallen. Sie skizziert die Umgebungen, in denen Waclaw sich aufhällt, so anschaulich, dass ich mich schon fühlte, als sei ich dabei. Du würdest vielleicht sogar die Szenerien zeichnen können. Und als Hörbuch würde sich dieser Effekt der Vorstellung vielleicht sogar noch deutlicher ausprägen. (Mein Mann und ich hören gerade Volker Kutschers „Ein nasser Fisch“ als Hörbuch und wir finden beide, wie plastisch der Text noch wird, wenn er so gut betont vorgelesen wird. Das ist schon ein besonderes Erlebnis, dem Geschehen hörend zu folgen.)
      In der Nähe der Arbeit zu wohnen, ist ja eigentlich eine gute Sache. Ich brauche auch nur zwischen 5 und 10 Minuten zu meiner Schule und genieße die Zeit, die ich nicht mit Fahrerei verbringen muss. Dabei sind wir in die Umgebung unserer Kindheit und Jugend zurückgekehrt, haben aber auch zumindest mal in der nächsten Stadt studiert und auch gelebt. Mir wäre es nach dem Abitur tatsächlich auch „zu eng“ gewesen, in Wuppertal zu bleiben. Ganz weit weg haben wir es ja nicht geschafft, halt nur nach Bochum, aber immerhin schon in eine, durch den Bergbau geprägte, etwas andere Kultur. Als dann klar wurde, dass wir – der Arbeit wegen – wieder nach Wuppertal zurückgehen, habe ich das zunächst schon unangenehm gefunden, als Rückkehr in die Eingeengtheit der Kindheit. Dieser Eindruck hat sich dann aber schnell gegeben.
      Es wäre schön, wenn du irgendwo von deinen Leseeindrücken erzählst.
      Wunderschöne Osterfeiertage wünscht Claudia

      • Liebe Claudia,
        „Ein nasser Fisch“ habe ich auch schon gehört. Es ist erstaunlich, wie maßgeblich die Art des Vorlesens die Beurteilung des Buches beeinflussen kann. Micha und ich hatten uns für Sizilien ein Hörbuch über die Katakomben Palermos von Mark Benecke gekauft. Er liest dieses Buch auch selber und das so schlecht, dass wir es nach den ersten 10 Minuten ausstellen mussten, weil wir es nicht ertragen konnten.
        Micha und ich waren nie weg aus Berlin – ich bin selbst dem Bezirk Wedding, wo wir unser Abitur machten, treu geblieben. Ich mag es, nach Hause zu kommen, wie ich es mag, durch die Welt zu ziehen. Berlin als Metropole ist so multikulti, dass ich mich nicht eingeengt fühlte und fühle. Das heisst nicht, dass ich nicht meine Kämpfe mit dem Elternhaus und der Umgebung ausgetragen habe. Aber irgendwie haben wir immer Lösungen gefunden.
        Ich werde dir meine Eindrücke erzählen, entweder bei dir auf dem Blog und oder in Zeichnungen auf meinem Blog.
        Jetzt weiss ich, dass ich dir schon frohe Ostern gewünscht habe 🙂 🙂 🙂
        Liebe Grüße von Susanne

      • Ich muss über deine Anmerkungen zur Qualität des Vorlesens schmunzeln: ja, das stimmt, es ist einerseits ein tolles Erlebnis, wenn die Stimme(n) und Betonungen zu einem ganz besonderes Hörerlebnis werden – und andererseits kann genau das auch völlig nervend sein, wenn es eben nicht passt. – Kutschers Roman/Krimi ist super gut gelesen – aber eben auch gut geschrieben. Das Flair und die Atmosphäre im Berlin der späten 1920er Jahre finde ich ganz prima dargestellt: überall summt und brummt es, es gibt Verkehrschaos und überall wird gebaut. Und wie die Menschen wohnen, reden und welche politischen Kämpfe geführt werden: alleine dafür lohnt sich schon das Zuhören.
        Nocheinmal beste Ostergrüße (davon kann man gar nicht genug versenden und bekommen :-)), Claudia

  4. Ich muss gestehen, beim Durchblättern des Programms mit diesem Roman ist er mir gar nicht so aufgefallen. Aber ich bin nun neugierig auf dieses Buch geworden – nicht nur weil es für denPreis der Leipziger Buchmesse nominiert war, sondern auch dank deiner wunderbaren Besprechung. Viele Grüße

    • Liebe Constanze,
      ich überblättere auch immer so einige Romane in den Katalogen, die ich dann später, wenn die ersten Blogger darüber schreiben, erst für mich entdecke. Zum Glück werden Bücher ja nicht schlecht :-). Kampmann habe ich entdeckt, ich glaube, weil eine Radiobesprechung gehört habe und dachte: das ist doch genau mein Thema. Und dann wurde der Roman auch noch in Leipzig nominiert. Ich habe Esther Kinkys „Hain“ nicht gelesen, deshalb kann ich die Entscheidung nicht beurteilen, aber Anja Kampmann wäre auch eine würdige Preisträgerin gewesen. Nun warte ich auf deine Besprechung (um den Erwartungsdruck mal zu formulieren …). Ich kann mir jedenfalls schon gut vorstellen, dass der Roman dir auch gefällt.
      Ich wünsche dir eine gute Osterzeit, Claudia

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