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Warum ich Juli Zehs Roman „Unterleuten“ nicht zu Ende lesen werde

Es ist ja so: Landauf, landab formiert sich der Chor der Lobenden. Auf den unzähligen Blogs wird das Loblied gesunden, das papierene Feuilleton stimmt ein. Alle Rezensenten sind überwältigt von „Unterleuten“, haben ihren Spaß gehabt mit den zahlreichen kauzigen Dorfbewohnern, haben sich prima unterhalten bei ihren inneren und äußeren Konflikten – bis es zum Äußersten kam – und haben im kleinen Dorf die Probleme des großen Ganzen entdeckt.

Nur, ich kann nicht einstimmen in diesen Chor, überhaupt und ganz und gar nicht, werde nun also nun einen ordentlichen Missklang beisteuern.

Schon durch die ersten Unterleutener Seiten habe ich mich gequält, denn diese Figuren sind von der ersten Seite an so voller innerer Konflikte, dass ganz klar ist, dass sie sich entweder über kurz oder lang selbst ins Messer stürzen oder irgendjemanden anderen meucheln müssen. Trotz dieses deutlichen Weges in den Konflikt habe ich dann, so der Deal mit mir, bis Seite 100, ja darüber hinaus sogar bis Seite 150 gelesen. Nun bin ich mitten in der Bürgerversammlung, werde mehr oder weniger geschickt immer wieder vertröstet, auf Nebenkriegsschauplätze gelockt, bekomme mitten im Auftakt des öffentlich werdenden Streites noch einmal ein paar Lebensgeschichten und Lebensweisheiten nahegebracht, während vorne auf der Bühne Herr Pilz von der Vento Direct GmbH sich, wegen der vielen Perspektiven und Stimmen die hier gerade noch etwas Wichtiges zu erzählen haben, im Zeitlupentempo über seine Windkrafträder auslässt, die er so gerne  im Randgebiet von Unterleuten aufstellen will. Und es verlangt mir viel Kraft ab, der Bürgerversammlung noch weiter zu folgen, aber ich will ja auch nicht unhöflich oder gar ungerecht sein, hier schreibt ja Juli Zeh, deren Diskussionsbeiträge zum Thema Big Data und zum Dualismus von Sicherheit und Freiheit ich sehr schätze.

Der Chor der Lobenden verweist darauf, dass sich hier in der beinahe hermetischen Welt des Dorfs im Kleinen ablesen lasse, was unsere Gesellschaft im Großen ausmache. Diesem Aspekt kann ich mich anschließen. Wie durch ein Brennglas wird der Blick auf die verschiedenen Dorfbewohner, die Alteingesessenen sowie die neu Zugezogenen, gelenkt, es werden ihre alten Konflikte dargelegt, es wird schnell deutlich, wie sich ihre jeweiligen Interessen im Dorf in die Quere kommen müssen. Dass Partikularinteressen eine große Rolle spielen in der deutschen Gesellschaft, in der deutschen Politik, ja auch in der europäischen, dass ist schon eines der großen aktuellen Probleme. Eine Vision, ein gemeinsames Ziel, eine Vereinbarung über Rahmenbedingungen des Zusammenlebens fehlen, in Unterleuten wie auch im politischen Berlin. Die Versprechungen Manfred Gortz´, wie denn „Dein Erfolg“ zu erreichen sei – nämlich mit gnadenlosem Egoismus, Manipulation und den Verheißungen von Win-win-Situationen – die haben sie alle in Unterleuten inhaliert, egal ob ihr Thema der Vogelschutz ist, die Mutterschaft, die Pferdezucht, der Kauf von Land oder die alten Feindschaften.

Der Chor der Lobenden spricht dann aber auch von den wunderbaren Figurenzeichnungen, den vielen Charakteren, die so gut und komplex entwickelt seien, als sei jede von ihnen der Protagonist. Ja, komplex sind sie vielleicht, zugegeben, aber doch von der ersten Seite so auf Krawall gebürstet, dass es völlig klar ist, dass die Konflikt quer durch das Dorf demnächst eskalieren werden. Die Figuren sind völlig überzeichnet, Karikaturen der Milieus, das sie jeweils repräsentieren sollen, die mit dem Holzhammer sprechenden sprechenden Namen inklusive: Die von Hormon ferngesteuerte junge Mutter Jule, die sich tatsächlich als emanzipiert sieht, und sich doch nur bei dem älteren, vermeintlich intellektuellen Mann, der zu allem eine Meinung und eine Haltung hat, und Versorger versteckt, um in Ruhe ihr kleines Gartenparadies aufzubauen; der zum absoluten Zyniker gewordene ehemalige Kommunist Kron, der meint, sowieso alles zu durchschauen, wenn er vom sicheren Platz seines Fernsehsessels dem krawalligen Schlagabtausch der Talkshows folgt, und der auch schon einmal seinen Stock nutzt, wenn er nicht sofort bekommt, was er haben will; die Pferdefrau Linda Franzen, die sich Unterleuten ausgeguckt hat, um mit ihrem Hengst Bergamotte eine Pferdezucht aufzubauen – natürlich ohne sich vorher zu informieren, ob ihre Pläne überhaupt realisierbar sind, warum auch, Schwierigkeiten räumt man ganz einfach mit „Erfolg“ zur Seite – und die nun mit den bürokratischen Windmühlen kämpfen muss. Der abgewrackte Soziologieprofessor Gerhard Fleiß, der gerade noch einmal die zweite Luft bekommt und auf dem Land als Vogelschützer und später Familienvater ganz neu beginnt, der sich zwar im Theoretischen mit Macht auskennt, im Praktischen aber lieber die Nachbarn mit Briefen vom Amt ärgert und sich dann wundert, dass er im Dorf kein Bein auf den Boden bringt. Und so weiter und so weiter.

Ein Panoptikum, ein Bestiarium, ja, das stimmt. Aber keine der Figuren berührt, keine ist so gezeichnet, dass sie überzeugend ist, dass der Bruch im Leben, der jeweils eigene wunde Punkt erkennbar ist. Sie sind einfach überzeichnet, zu deutlich auf den Konflikt hin angelegt, sind zu wenig ausbalanciert, als dass ich mit ihnen viele Lesestunden verbringen möchte.

Der Chor der Lobenden singt auch das Hohelied auf den gekonnten Spannungsaufbau, lobt die gut gesetzten Cliffhanger, die dazu führe, dass der Roman eine so tolle Spannung aufbaue, dass er, trotz der vielen Seiten, so schnell gelesen sei. Aber gerade diese Erzähltaktik ist zu durchschaubar, die Ausrichtung auf die Spannungsintention so deutlich, als hätte die Autorin dies als Regieanweisung direkt an ihren Text geschrieben. Da ist kein feiner, eleganter Spannungsbogen, nein, da ist ein Wechsel zwischen den Personen und Erzählperspektiven, als gelte es auf Biegen und Brechen, das (Lese-)Publikum so in Erregung zu versetzen, dass es auch auf jeden Fall nach der Werbepause noch dabei ist oder den nächsten Teil in der kommenden sehen will, wenn es wieder nach Unterleuten geht – „Broadchurch“ (zum Beispiel) also als Roman.

Und die Sprache arbeitet dieser Funktion gewollt zu; sie ist so glatt, so ohne jede aufregende Kontur, dass das Auge nur so an ihr entlangrattert, so als sei der Text ein ICE, der den Reisenden möglichst schnell und umstandslos zum Ziel bringen wolle. Krimis arbeiten oft mit diesem sprachlichen Tempo, Texte also, die auf atemlose Spannung setzen. So passt die Sprache zur dramatischen Konzeption, wer aber einen Gesellschaftsroman lesen möchte, der auch sprachliche Bilder zeigt, der durch sprachliche Besonderheiten begeistert, der Textstellen enthält, die der Leser markieren oder sogar exzerpieren möchte, der ist hier falsch.

Ich jedenfalls werde es halten, wie Frederik Wachs (schon wieder solch ein Name), der in einem umsichtigen Moment denkt:

„In Berlin liefen nicht wenige Leute herum, die nach erfolglosen Ausstiegsversuchen zurück in die Stadt gezogen waren. Gescheitert waren sie nicht an einstürzenden Dächern oder vollgelaufenen Kellern, sondern an den Nachbarn. Was Dorfangelegenheiten betraf, gab es eigentlich nur ein Rezept: Raushalten. Das muss er Linda beibringen, und zwar schnell, bevor sie über ihrem Fanatismus den Verstand verlor.“ (S. 140)

Was wäre ihm nur erspart geblieben, wäre er diesem weisen Wissen gefolgt. Ich jedenfalls werde dieses Panoptikum in Unterleuten getrost seinem Schicksal überlassen, mich weiterhin raushalten und statt dessen anderen Büchern zuwenden.

Übrigens: Wer sich an einem netten Spielchen ergötzen möchte, dass Juli Zeh in Zusammenhang mit ihrem Roman lanciert hat, der möge diese Artikel in der SZ und FAZ lesen. Und ganz unbedingt müsst Ihr das Interview mit Manfred Gortz lesen, das Thomas Brasch geführt hat. Mittlerweile hat Manfred Gortz sich zu seinem Anteil in der Unterleuten-Debatte auch via youtube geäußert.

Juli Zeh (2016): Unterleuten, München, Luchterhand Literaturverlag

P.S.: Wer wegen der Namensumstellung meines Blogs und der damit einhergehenden Problematik beim Anzeigen meiner Posts in Eurem Reader (der „Happy Support“ (schon wieder solch ein sprechender NameJ) von wordpress hat versprochen, dass das Problem gelöst sei), meinen letzten Beitrag verpasst hat, der schaue hier: Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran. Der Roman lohnt sich!

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52 Kommentare

  1. Hallo Claudia,
    danke, du hast mich mit der Nachvollziehbarkeit deiner Argumente überzeugt. Und dein Beitrag zeigt: Es ist manchmal fast interessanter, eine negative Kritik zu lesen als eine positive. Vielleicht darf ein Buch bei mir die Aktualität ohnehin nicht als erstes auf seine Agenda setzen, sie darf und kann gern als Nebenprodukt auftreten… Und ich will ja ohnehin im Moment keine Bücher kaufen – auch wenn es zu einzelnen Rückfällen kam 🙂 Einen schönen Abend, Anna

    • Liebe Anna,
      noch ein Kommentar. Hurra! Ich bin mit meiner Meinung zu Unterleuten ja ziemlich alleine. Aber vielleicht ist es auf den Blogs ja so ähnlich, wie Du es von Deiner Khider-Lektüre geschildert hast: Manchmal hat man keine Lust, über eine frustrierende Lektüre auch noch zu schreiben. Ich habe jetzt aber einmal gedacht: ich mache genau das, ich schreib auch einmal etwas Kritisches, vielleicht regt es auch die Diskussion an.
      Noch einmal: viele Sonntagsabendgrüße, Claudia

      • Hallo Claudia,
        zur Zeit mag ich noch nicht einmal über Bücher schreiben, die mir gut gefallen haben… Ein bisschen ist das der Zeitfrage geschuldet, aber auch dem Wunsch, einfach mal wieder so vor-mich-hin-zu-lesen, ohne den Gedanken, was ich darüber schreiben möchte, könnte, sollte.
        Ja, und dann wäre es natürlich spannend, wenn die Zeh-Fans jetzt hier mal in die Diskussion einsteigen würden. Einen schönen Wochenanfang! Anna

      • Liebe Anna,
        das hört sich ja ein bisschen nach Blog-Burn-out an. Das ist ja schon mal so, dass das ganz andere Lesen, um dann auch noch einen Beitrag schreiben zu können, einfach auch anstrengend wird. Manchmal geht es mir auch so, dass ich schon das Lesen als Arbeit empfinde, weil es ja noch irgendwie weiter „verwertet“ werden muss. Trotzdem – als mein Blog in der letzten Woche über die Reader nicht erreichbar war, fand ich es auch nicht richtig: Viel zu ruhig und gar kein Geplauder über Literatur. Wir müssen eben eine eine gute Balance finden.
        Viele Grüße, Claudia

      • Hallo Claudia, ja das Lesen ändert sich tatsächlich durch das Bloggen, das ist manchmal gut, vertieft, zwingt zum Nachdenken und setzt einen Klärungsprozess in Gang und andererseits ist es schade, weil das Unbekümmerte dann manchmal abhanden kommt.
        Habe mit großem Interesse eure Diskussion verfolgt, sehr schön, Curry-Pommes gegen Haute Cuisine. Ich lese gerade Pommes-mit-Ketchup 🙂
        LG, Anna

      • Liebe Anna,
        das hast Du richtig toll und beschrieben, was das Bloggen mit dem Lesen macht: vertiefte Lektüre, Klärungsprozess – auch ein Prozess des Nachdenkens, was ich lesen will, was für mich gute Lektüren sind – auf der einen Seite und auf der anderen Seite immer die Aufgabe im Nacken: Wie schreibe ich jetzt darüber?, Was ist der Aufhänger? Wie kann sich der Text entwickeln? Welche Zitate nehme ich? Welche Argumente nutze ich um zu werten? Wie werte ich überhaupt? Da geht wirklich auf Kosten des unbekümmerten Lesens, des Lesens nur „mit dem Bauch“. Genau diese Dualität mag ja auch der Grund dafür sein, dass immer Blogger darüber schreiben, dass sie nun eine Pause machen möchten, nicht mehr so viel bloggen wollen, ja, dass sie sich sogar die Blog-Sinnfrage stellen. Das geht mir ja gar nicht anders.
        Und die Diskussion hier ist einerseits sehr anregend, weil der Prozess des Lesens und auch der Erwartungen an einen Roman – durchaus auch im Vergleich zu den Essensgenüssen – noch einmal so einen wichtigen Stellenwert bekommen. Auf der anderen Seite bin ich auch ziemlich geplättet: Man muss also schon im Titel einen Verriss ankündigen, dann gehen die Klickzahlen auf dem Blog durch die Decke. Das ist schon befremdlich. Und die Besprechung zu Shida Bazyars wirklich gutem, tiefsinnigem, sprachlich so wunderschön geschriebenen Roman interessiert – bis auf wenige Ausnahmen natürlich 😉 – keinen Menschen. Vielleicht bildet Juli Zeh ja doch sehr gut unsere durchaus auf Krawall getrimmte Gesellschaft ab?
        Viele Lesegenüsse mit der Pommes-Ketchup-Lektüre :-), Claudia

      • Hallo Claudia, dass die Klickzahlen bei dir gerade durch die Decke gehen, muss nicht zwangsläufig etwas mit einer auf Krawall gebürsteten Gesellschaft zu tun haben. Du setzt einen wohltuend anderen Akzent, das weckt ja auch die Neugier, das Interesse. Und bei den positiven Besprechungen (nicht bei deinen, aber so grundsätzlich) ist manchmal das Problem, dass ich das Buch ja selbst noch ganz unbefangen entdecken möchte und erst nach meiner eigenen Lektüre im Detail wissen möchte, was andere dazu denken. Da lässt sich dann oft gar nicht so diskutieren, zumal wenn man das Buch noch gar nicht kennt. Und bei der Qualität deiner Besprechung ist es nur recht und billig, dass die Klickzahlen gerade in die Höhe gehen! Aber dein Text zu Bazyar hat auch schon Früchte getragen: Das Buch gab es bei Tauschticket, d. h. jetzt ist es hoffentlich auf dem Weg zu mir, denn Bücher von Tauschplattformen fallen nicht unter das Buchkaufverbot 🙂 Dir noch einen schönen Abend, Anna

      • Liebe Anna,
        Deinen ganz neuen Akzent bei der Beurteilung der Klickzahlen mache ich mir jetzt erst einmal zu eigen und nehme Abstand von meiner ersten Annahme ;). Darüber, dass Bazyar über Tauschticket zu Dir findet (und Tauschticket vom BauchKAUFverbot ausgenommen ist; ich musste aber doch im ersten Moment erst einmal lachen :-)) freue ich mich sehr. Mir ist nun Kader Abdolahs „Krähe“ zugeflogen und die ersten Seiten, in die hineingelesen habe, sind sehr, sehr vielversprechend. Ich bin direkt in eine zwar ganz realistische, doch aber auch augenzwinkernde, ja, auch ein bisschen märchenhafte Situation hineingeraten. Und Abdolahs Lebensgeschichte mit einem Physik-Studium in Teheran und der Flucht 1988 in die Niederlande läuft ja fast parallel zu der derjenigen der Familie in Bazyars Roman, die wiederum sehr ähnliche Züge der Geschichte ihrer Eltern trägt.
        Viele liebe Grüße, Claudia

      • letteratura sagt

        Nachts ist es leise in Teheran ist wirklich ganz wunderbar! Unterleuten habe ich noch nicht gelesen. Ich habe viel darüber gelesen und werde das Buch auch noch in Angriff nehmen, und natürlich interessiert da im ganzen Lob auch mal eine kritische Meinung.

  2. Mir geht es ja mit Unterleuten so wie dir. Begeistert bin ich nicht. Aber „Nachts ist es leise in Teheran ist ein ganz und gar wunderbares Buch.

    • Ach, das ist ja toll, da bin ich ja gar nicht so alleine mit „Unterleuten“. Wa sind denn Deine Kritikpunkte?

  3. Dein energiegeladener Verriss eines Buches, das ich weder kenne noch kennenlernen will, hat mir ausgezeichnet gefallen. Brava! Gerda

    • Liebe Gerda,
      ich hoffe, es ist nicht nur mein Verriss, der Dir nun keine Lust auf den Roman macht. Viele andere Besprechungen sehen den Roman ja durchaus ganu anders.
      Viele Grüße, Claudia

  4. Bei der Sprache gebe ich Dir gerne recht – stilistisch nichts besonders, ja, glatt durchaus, manchmal auch ein wenig holperig. Aber ansonsten kann ich die Argumente nicht so ganz nachvollziehen – es geht ja in dem Buch nicht unbedingt darum, individuelle Typenpsychologie zu betreiben, ich denke, das klamaukhafte, überspitzte der Figuren ist gewollt – das sind „Typen“. Und ebenso ist der gebürstete Krawall ja Konzept des Buches: Es geht darum zu zeigen, wie unsere Gesellschaft an diesen Egoismen, am Wertewandel unserer Zeit scheitert …mir hat gerade dieses Überspitzte an dem Buch gefallen. Liebe Grüße, Birgit

    • Liebe Birgit,
      ja, das ist sicherlich durchaus so, dass die überspitzten Typen und die krawallige Haltung so gewollt sind. Es passt ja auch dramaturgisch alles gut zusammen – und lässt sich ja auch fast so verfilmen. Aber es ist einfach nicht das Buch, das ich lesen möchte, oder: die Art von Roman, die ich lesen möchte. Deshalb habe ich hier auch, ganz gegen mein übliches Schreiben, ganz klar aus meiner „Ich“-Perspektive argumentiert. Ich will Figuren, die natürlich komplex sind, aber fein und elegant, die ihre guten Seiten haben, aber irgendwo auch diesen fast unverständlichen Riss in ihrem Charakter. Ich will einen Handlungs- oder Spannungsbogen, der nicht mit Blick auf seine Intention schon auf der eretsen Seite durchschaubar ist, sondern immer wieder überraschende, trotzdem plausible, Wendungen bereit hält. Ich will Neues erfahren, neue Ideen, neue Gedanken bekommen beim Lesen, will Hintergründe ausleuchten. Ich will eine Sprache, die meinen Lesefluss verlangsamt und ihn nicht auch noch auf Tempo bringt, will Sätze, die ich auch gerne zweimal lesen muss.
      Das ist so vielleicht eine Alterserscheinung. Ich esse ja auch kaum noch Currywurst-Pommes, sondern bevorzuge, zwar selten, aber dann doch das gute Restaurant, das nicht mit Fleischbergen punktet, sondern mit wohlschmeckenden Gerichten und richtig guten Zutaten (und wunderbaren Saucen :-)), die eine Vielzahl an Geschmacksnerven kitzeln. Und so will ich nun auch einmal die Romane. Gerne zum Wertewandel unserer Gesellschaft, gerne als Kritik zum neoliberalen Denken, das in alle Ritzen und Spalten unserer Gesellschaft eingedrungen ist. Das ist jetzt mal mein Egoismus :-). – Ich kann mir aber gut vorstellen, dass, wer nicht so nervös reagiert wie ich, durchaus seinen großen Spaß aus der Zeh-Lektüre ziehen kann, ich habe (vielleicht nur im Moment) aber gerade kein Ohr für die Überspitzungen.
      Viele Grüße, Claudia

      • Dass Du eine Nervöse bist, hätte ich jetzt gar nicht gedacht 🙂
        Also, ich gebe zu, dass Unterleuten jetzt eher Currywurst rotweiß ist und kein Amouse bouche und guele und sonstige Haute Cuisine … aber ganz ehrlich: Nach einem F.C. Delius und einem Durs Grünbein Roman habe ich das Zeh-Buch einfach reingefressen – ab und an kann so Fritten-Buden-Literatur ganz erholsam sein fürs Hirn. Und zumal das jetzt keine reine Unterhaltung ohne Nährwert ist, sondern zumindest ein paar gesellschaftspolitische Kalorien mit sich führt. Von daher – ab und an lese ich sowas gerne und begebe mich offen gestanden auch gerne in die literarischen Niederungen der Personal-Kantinen-Kochkunst 🙂

      • Liebe Birgit,
        was für ein toller Kommentar, ganz in der Sprachwelt der lukullischen Genüsse. Mir bereitet eben mein Magen immer mehr Probleme (das Alter, ich sag es Dir, es ist kein Spaß) mit den oft doch sehr fettigen Fritten-Buden-Köstlichkeiten (mal von dem dummen Gefühl des Überfressenseins ganz abgesehen). Deswegen auch meine steigende Nervosität beim Lesen, denn ich dachte mir schon: den ganzen Roman vertrag ich nicht. Aber Du hast ja recht: Manchmal muss es einfach auch mal die Pommesbude sein. Und dass Juli Zeh auch gesellschaftspolitische Kalorien hat, dass ist ja sowieso unbestritten, das ist ja sozusagen ihr Kernthema, nämlich immer wieder – mahnend – den Finger in die gesellschaftliche Majonnaise zu legen. – Bei den vielen schwelenden Konflikten in Unterleuten fehlt eigentlich mal ein gutes Mediationsteam.
        Viel Spaß beim abendlichen Romanverspeisen, Claudia

      • Liebe Claudia,
        da war doch mal was mit Suppenküche? Ich verspreche Dir, dass ich die Creme fraiche und so weglasse und extra dünne, klare Süppchen für ältere Damen köchele, sollte mal Bedarf sein (aber keiner kriegt mich soweit, dass ich noch was mit „vegan“ anfange). Das mit dem Mediationsteam finde ich eine klasse Idee – ich hab diese Gortz-Marketing-Geschichte nur am Rande verfolgt – aber das wäre doch was triathletisches für den? Jedenfalls auch dir frohes Abendessenlesen – ich werde ein wenig mittelschwere Ann Tyler zu mir nehmen 🙂 Herzliche Grüße, Birgit

      • Ein dünnes Süppchen geht auf jeden Fall. Werde ich bei Gelegenheit gerne drauf zurückkommen. Und nein, vegan kommt mir auch nicht in den Magen. Ich werde zur Nachtspeise noch ein bisschen Marica Brodrozics „Mein weißer Frieden“ zu mir nehmen und langsam und voller Genuss im Mund zergehen lassen. Da sind ganz andere Zutaten verarbeitet als bei Juli Zeh, ein mehrere Sterne-Essen – der philosophische Diskurs über das Zustendekommen eines Krieges aus wunderbaren frischen Zutaten kreiert. Kein Einschlafessen, aber eines, das das Nachdenken in Gang setzt.
        Einen schönen Abend, Claudia

  5. Guter kritischer Beitrag, Claudia! Mir wird der Roman durch diese Gortz-Geschichte gerade im nachhinein etwas vermiest. Wenn sich Juli Zeh mit dem Verlag solche Werbegags ausdenken muss … oje …

    • Liebe Marina,
      einerseits finde ich die Gortz-Geschichte – und auch die Vogelschützer lassen sich mit einer Homepage finden, auf der Gerhard Fleiß fleißig schreibt – ja ganz witzig, weil sie deutlich macht, wie schnell man einer Fiktion auf den Leim gehen kann. Wenmn es nur ein Werbegag ist, wie Du vermutest, dann finde ich es erst recht nicht überzeugend, ja, einfach platt. Und auf der anderen Seite frage ich mich auch, was das soll. Es ist ja nicht das Thema des Romans zu zeigen, wie leicht es ist, mit Hilfe der digitalen Welt Fakes in die Welt zu setzen. Deshalb weiß ich gerade auch nicht, was mir die Aktion sagen soll.
      Viele Grüße, Claudia

  6. loranita sagt

    Hallo Claudia,
    vielen Dank für Deine Besprechung! Ich finde es sehr gut, dass Du Dich das getraut hast! Ich kenne es von mir selbst, dass ich vor negativen Kritiken zurückschrecke. Mir hat „Unterleuten“ sehr gut gefallen und doch kann ich Deine Kritik gewissermaßen nachvollziehen. Der Roman wartet mit sehr plakativen Figuren auf, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Für mich war es aber Unterhaltung pur.
    Beste Grüße,
    Anna

    • Liebe Anna,
      Ausgangspunkt für das Schreiben auch der sehr negtaiven Kritik, sind zwei Aspekte gewesen: einmal die Frage eines Bekannten, warum auf den Blogs nur gelobt werde, das könnte doch alles gar nicht sein, zum anderen die Überlegungen Sieglinde Geisels auf tell-review, dass in Kritiken auch des gedruckten Feuilletons erstens viel zu wenig bewertet werde und zweitens ja gerade auch die kritische Auseinandersetzung mit einem Roman ein, ich glaube sie sagt so, intellektuelles Vergnügen sein kann. Da ich in der Vergangenheit auch schon einmal ein Buch nicht besprochen habe, dass ich abgebrochen habe oder auch nach dem Zuendelesen gar nicht mochte – schließlich bin ich ja zu nichts verpflichtet – kommt dann aber tatsächlich schnell der Eindruck auf, dass es nur tolle Bücher gibt, die ich lese. Und, viel wichtiger, wenn wir alle so vorgehen und nur über die überzeugenden Bücher schreiben, dann erstirbt auch jede Diskussion. Dann können wir uns ja nur noch gegenseitig zustimmen bei unserer Begeisterung. Und das ist sicherlich tatsächlich ein bisschen wenig – und die Blogs „verkommen“ zu endlosen Lobeshymnen. Deshalb habe ich mich nun auch an den Verriss gesetzt, auch wenn ich den Roman gar nicht zu Ende gelesen habe. – Und natürlich haben alle anderen Leser genauso recht, denen der Roman gut gefallen hat, die sich, wie Du ja auch schreibst, gut unterhalten haben beim Lesen.
      Viele Grüße, Claudia

  7. Die Erwartungen der Leute an ein Buch sind ja bekanntlich verschieden. Komischerweise fällt es leichter das zu ignorieren, wenn man etwas empfehlen möchte, als wenn man es eben nicht tut. Trotzdem finde ich es gut und wichtig, Zweifel anzumelden, auch wenn der Chor der Stimmen, die loben, sehr laut ist. Ich konnte den Hype um „Der Hals der Giraffe“ von Judith Schalansky nicht verstehen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Schön, wenn sich andere dafür begeistern. Aber letztendlich muß man sich selbst vertrauen können. Dazu gehört es eben auch, den Unmut auszusprechen. Nicht jeden, aber den, der für einen Gewicht hat. Die durchschaubare Erzähltaktik, wie Du so schön formuliert hast, ist das, was auch mich häufig stört, wenn ein Buch mich nicht „kriegt“. Gerade habe ich noch so viele andere Bücher ungelesen liegen, sonst würde ich mich gern selbst überzeugen.
    Herzliche Grüße, Annett

    • Liebe Annett,
      manchmal ist es schon komisch, wenn man zu einen Roman, der soooo viel gelobt wird, so gar keinen Zugang bekommt. Und es hat sicherlich etwas mit den Erwartungen und natürlich auch den individuellen Vorlieben zu tun. Ob ein Roman gut ist, lässt sich ja nun einmal nicht komplett objektiv beurteilen, er ist ja immer auch nur so gut, wie das eigene Lesen begeisternde – oder eben ablehnende – Bilder im Kopf erstellt. Beim „Hals der Giraffe“ bin ich übrigens auch so zurückhaltend gewesen, dass ich es nicht gelesen habe. Es ist bestimmt ein ganz toll gestaltetes Buch, aber die Story kam mir schon sehr merkwürdig vor. – Und warum ich es auch wichtig finde, Kritisches zu schreiben, das habe ich im „Gespräch“ mit Birgit von Sätze und Schätze und mit loranita/Anna versucht zu erklären. Es soll eben auch auf den Blogs mehr Kritik stattfinden, auch wenn es manchmal mühsam ist, auch noch über ein Buch zu schreiben, dass mich eben nicht „gekriegt“ hat. Aber wir wollen ja auch ein bisschen mehr Diskussion haben.
      Viele Grüße, Claudia

  8. Das erste Argument wird mir jeder um die Ohren hauen können, aber die thematische Nähe zu Stanisics Vor dem Fest hat mich gestört. Stanisic hatte ja auch ein dorf in Brandenburg seziert, nur hat er es viel liebevoller wieder zusammengesetzt. Mir fehlt ein „Unterleuten“ die Glaubwürdigkeit, der Humor und die Wärme. Die Charaktere sind relativ eindimensional von ihrer schrägen Seite beschrieben. Für mich als Leser wird es aber erst spannend, wenn die Personen im buch ähnlich komplex wie im echten Leben daherkommen. Auch der klare Sprachstil von Julia Zeh schreckte mich dieses Mal ab. Er hat was von der maroden Hoffnungslosigkeit Bilkaus(die Glücklichen). Ich kam nur bis zur Hälfte, kein Buch was mich erreicht und bei dem ich eerstaunt wahrnehme wie sehr es sonst gemocht wird.

    • Liebe Xeniana,
      ich stimme Dir völlig zu, wenn Du die Konzeption der Charaktere beurteilst. Mir sind sie auch nicht glaubwürdig genug, haben oft nicht einen einzigen freundlichen Charakterzug, sind einfach nur nervig und wirken so so eindimensional, wie Du auch schreibst, ja, auch schräg. Da sind die Figuren in „Nachts ist es leise in Teheran“ mit ihren guten Seiten, mit ihren dunklen Seiten doch viel besser beschreiben. Oder die Figuren, die Marica Bodrozic (ich lasse jetzt einmal die richtige Namensschreibung hier weg) in ihrem Essay „Mein weißer Frieden“ beschreibt: mit ein paar Strichen zeichnet sie so komplexe Figuren, so widersprüchlich, so liebenswert und so erschreckend, so, wie Charaktere halt in der Realität auch sind. Und die Sprache finde ich sogar noch platter als in Bilkaus „Die Glücklichen“, aber das ist sicherlich auch Geschmakcssache.
      Viele Grüße, Claudia

      • Ach ich mochte Bilkau. Trotzdem war die Kraft und Hoffnungslosigkeit der Glücklichen kaum zu ertragen. Bei Zeh störte mich die Hoffnungslosigkeit der Menschen die ständig nur versuchten irgendwie ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Fast agressiv und als Kolljoy ist man definitiv der Loser-nein dieser Roman ist definiv nicht meins.

  9. ein verriss, ein verriss, wie wohltuend (schreibt jemand, der selbst eher zögerlich ist mit verrissen….)…

    und was Shida Bazyar: Nachts ist es leise in Teheran angeht: ja, ja, ja… gehe ich absolut d’accord, ein sehr empfehlenswertes buch! ich werde es heute beenden. lesetechnisch, meine ich!

    herzliche grüße
    gerd

    • Lieber Gerd,
      ich habe es ja an anderer Stelle bei den Kommentaren zu Juli Zeh schon geschrieben: Wir sollten auch auf den Blogs kontroverser diskutieren. Und mir fällt ein Verriss auch nicht leicht, ich habe in der Vergangenheit dann eher nichts geschrieben und das Buch leise zur Seite gepackt. Ich denke aber, auch die – negative – Kritik dient ja der Geschmacksbildung, macht nicht zuletzt mir selbst viel deutlicher, was ich warum mag, was nicht. Und dann: Lass es uns diskutieren. Das passiert doch in den guten literarischen Diskussionen im Fernsehen auch und macht die Vielschichtigkeit eines Romans aus. Ich sehe aber schon, dass wir uns über Shida Bazyar nicht werden lustvoll auseinandersetzen können. Ich bin aber schon sehr gespannt auf Deinen digitalen Beitrag.
      Viele Grüße, Claudia

  10. Liebe Claudia, eine ehrliche, mit Herzblut geschriebene Rezension. Ich kann mir vorstellen, dass die Figuren durch ihre Überzeichnung – die manchmal wahrscheinlich gar nicht so sehr übertrieben sein dürfte – einfach zu glatt wirken. Ich habe das Buch noch nicht gelesen und war mir vor der Lektüre hier und bin es mir auch jetzt noch:unsicher. Was mir in letzter Zeit immer wieder auffällt ist, dass Sprache, wenn sie eingängig, perfekt erscheint auch oberflächlich auf mich wirkt, sozusagen das Fleisch fehlt. Das befürchte ich ein wenig bei diesem Buch. Aber erst mal danke ich Dir für Deine Eindrücke!! LG, Bri

    • Liebe Brigitte,
      am besten lässt Du Dich nicht von mir von der Lektüre abhalten. Vielleicht bist Du ja beim Lesen begeistert wie die vielen anderen Lobenden. Ich merke eben immer mehr, ich habe ja schon mit Birgit über die Currywurst und das schöne Menü gesprochen, dass ich lieber Romen lese, die nicht so deutlich auf Wirkung abzielen wie ich es in „Unterleuten“ gelesen habe. Sprache ist dazu ein wichtiges Vehikel, wenn sie zu glatt ist, das Lesen mehr zum Überfliegen wird, bei Krimis geht es mir auch oft so, dann ist es mir für einen Roman einfach nicht genügend „Sprachkunst“, dann „fehlt tatsächlich das Fleisch“. Vielleicht lese ich ja doch demnächst bei Dir von Deinen eigenen Eindrücken.
      Liebe Grüße, Claudia

      • Mal sehen – ich bin noch unentschlossen, da meine Stapel nicht kleiner werden 😉 Bei Krimis ist mir das überfliegen recht. Da geht es um pure Entspannung, eine Art Trash-Lesen, das ich zwischen durch brauche. Die Realität ist doch schon so komplex und schwierig 😉 Aber ich verstehe sehr gut, was Du meinst! LG, Bri

  11. Sehr interessant und so gut begründet, dass ich jetzt Unterleuten lesen werde, was ich vorher eigentlich nicht vorhatte. Lieber Gruß, Tania

    • Liebe Tanja,
      das finde ist ja richtig gut: Ich mühe mich hier mit einem Verriss – und Du fühlst Dich dadurch so inspiriert, dass Du das Buch lesen musst :-). Was mühe ich mich hier eigentlich ab? Nein, im Ernst: Hoffentlich ganz viel Freude mit der eigenen Lektüre und ich hoffe, ich lese dann auch von Deinen Eindrücken!
      Viele Grüße, Claudia

  12. Liebe Claudia,
    angesichts des Hypes um das Buch kommt für mich eine Lektüre schon aus Prinzip frühestens 2017 in Betracht. Deine Leseeindrücke bestätigen alle meine Vorurteile.
    Danke für die klaren Worte!
    Norman

    • Lieber Norman,
      dann muss ich aber lange auf Deine Leseeindrücke warten. Und würde so gerne lesen, welche Vorurteile Du hast und ob sie sich beim Lesen bestätigen ;).
      Viele Grüße, Claudia

  13. Liebe Claudia,
    Danke für diese ausführliche Rezension.
    Warum also dem Chor der lobenden nach Unterleuten folgen, wenn ich starke Figurenzeichnungen von unterschiedlichsten Charakteren eines Dorfes auch Himmelreich haben kann. In dieser Reihe sind alle Figuren, auch die Nebenprotagonisten – über den Dorfpfarrer, der Tante-Emma-Ladenbesitzerin, über den alten Hippie bis hin zum alten Dorfkautz – überzeugend und berühren. Nur, diese Bücher werden nicht hochgehypt.

  14. Liebe Claudia,
    hab Dank für deinen beherzten und differenzierten Verriss. Ich freue mich, dass du so genau darlegst, warum dir das Buch nicht gefällt und vermute stark, dass es mir nicht viel anders erginge als dir. Vielleicht werfe ich irgendwann mal einen Blick hinein, aber große Eile verspüre ich nicht, wenn Staunenswertes offenbar Mangelware ist und auch die Sprache wenig Sogwirkung entfaltet.

  15. Ich lese das Buch gerade und die Überschrift hat mich sofort angesprochen, da auch ich mich gefragt habe, worauf die durchgängig positiven Kritiken beruhen und mit dem Gedanken spiele bei Seite 280 aufzuhören. Fast alle angesprochenen Punkte kann ich unterstreichen.
    Ob ich weiter lesen, weiß ich noch nicht – jetzt will ich es auch wissen, das Ende. Ob es aber weitere viele Seiten wert ist, weiß ich noch nicht.

    Eine schönes Gegenwicht zu der Lobhudelei bei der man das Gefühl hat, dass einer vom anderen abschreibt.

    Liebe Grüße
    Mitzi

    • Liebe Mitzi,
      nachdem ich mich ja nun „geoutet“ habe, haben sich ja doch noch einige kritische Stimmen zu „Unterleuten“ gemeldet. Und das darf ja auch ruhig so sein. Dann wünsche ich Dir noch gutes Durchhaltevermögen – und vielleicht doch noch die entscheidende Wende im Urteil.
      Viele Grüße, Claudia

  16. Pingback: Unterleuten – Juli Zeh – buchlese

    • Dem Link, liebe Anke, bin ich sofort gefolgt und habe den Kritikern gelauscht, auch weil ja der Roman von Birgit Vanbderbeke so positiv besprochen wurde (ja, unbedingt lesenswert!). Vielen Dank also für den tollen Link! Die beiden Kirtiker im Studio haben ja dann Juli Zehs Roman zu Ende gelesen – und sind, aus unterschiedlichen Gründen, trotzdem enttäuscht gewesen, auch wenn ihre Enttäuschung erst nach der Seite 200 einsetzte. Immerhin scheine ich ja mit meiner kritischen Haltung nicht alleine zu sein, auch wenn ich ja „nur“ 150 Seiten Begründungsanlässe nutzen konnte. Aber offensichtlich habe ich danach nichts verpasst :-).
      Viele Grüße, Claudia

  17. Sabrina Nyuki sagt

    Danke!
    Habe gerade die Hälfte des Buches durch und kann überhaupt nicht verstehen, was der quasi einstimmige Hype über dieses langatmige Epos soll.
    Ich will auch nicht aufgeben, irgendwas muss ja noch passieren!

  18. hrafnaguds sagt

    „…Man kann daher bald merken, daß sie um Papier zu füllen schreiben. … Sobald man es merkt, soll man das Buch wegwerfen: denn die Zeit ist edel.“
    Sagte mir Arthur noch, und ging lieber eine Runde mit dem Pudel.

    • Das hat er gut gersagt, der „alte“ Schopenhauer. Und gleich noch einen guten Rat an uns Nachgeborene hinterlassen. Die Hunde (egal welcher Rasse sie sind) wird es freuen und den Menschen tut ein Spaziergang auch immer gut.
      Viele schmunzelde Grüße, Claudia

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