21 Kommentare

  1. Ich lese das auch gerade 🙂 Eben deshalb, weil das Thema einfach DAS Thema in meinem Privatumfeld ist: Der Realitätsschock, nachdem man doch gerade erst im Familienidyll angekommen ist. Ich bin gespannt, wie es sich weiter liest. Viele Grüße 🙂

    • Da bin ich schon auf Deinen Eindruck gespannt. – Und ich denke, dass es nicht nur um den Realitätsschock geht, wenn man im Familienidyll angekommen ist, das verschärft hier noch mehr die Problematik. Der Schock, und das ist wirklich ein sehr gut passender Begriff, bestehtauch darin, zu erkennen, dass auch eine gute, eine akademische Bildung nicht die gewünschte Sicherheit gibt, sondern durchaus auch Potenzial hat für ein Hartz IV-Leben. Und von erzählt Bilkau sehr, sehr eindringlich.
      Viele Grüße und noch viel Freude mit Deiner Lektüre, Claudia

  2. Scheint ja eine echte Empfehlung zu sein, liebe Claudia. Ich hab bereits auf 3sat oder so eine sehr gute Buchvorstellung gesehen…und deine vertieft und ergänzt das auf die beste Weise (schreib Du doch mal die Skripts für die Fernsehleute). Allmählich komme ich aber nicht mehr hinterher mit lesen, leider…

    • Liebe Birgit,
      das mit dem Hinterherkommen kenne ich. Es gibt ja noch ein paar andere Blogs, die auch mir ständig die schönsten Lektüreempfehlungen auf den Bildschirm zaubern. Gerade gestern noch war da ein geisser Claudio zugange (sagt man das auch in Augsburg?) und hat auch noch gleich 600 Seiten wärmestens empfohlen. – Es ist jetzt Zufall gewesen, dass ich Han und Bilkau direkt hintereinander gelsen habe, aber sie passen wirklich ganz wunderbar zusammen: logos auf der einen Seite, mythos auf der anderen, zwei unterschiedliche Blicke auf ein hochaktuelles gesellschaftliches Phänomen, oder besser noch: Problem. Und ich habe in meinem Text ja kaum etwas Lobendes zur Sprache und zur Erzählkonzeption (immer abwechselnd aus Isabells und Georgs Perspektive) geschrieben, weil ich ja schon am Inhalt kürzen musste. Du siehst: Bilkaus Roman ist aus verschiedenen Gründen wirklich eine Empfehlung :-). Aber ich bohre jetzt mal nicht weiter.
      Viele Grüße, Claudia

  3. Das Thema Lebensentwürfe ist ein ganz spannendes, denke ich. Gesellschaft und Wirtschaft lassen es heute bei vielen nicht zu, das Leben auf Jahre zu planen. Es sei denn, man ist Beamter oder hat einen ganz sicheren Beruf. Kurzlebig ist die Zeit. Ich denke, im Moment sehr viel darüber. Weil andere in meinem Jahrgang ein Haus gekauft/gebaut haben, Kinder haben und ich mich hingegen eher dem Beruf verschrieben habe. Ich kann mir allerdings auch gut vorstellen, dass jene Mütter und Väter eines Tages, wenn die Kinder erwachsen sind, ihre Wünsche und Träume erfüllen. Spannend ist dann natürlich auch, ob ich nicht eines Tages auch einen Berufswechsel wage. die Welt ist groß, die Möglichkeiten unendlich. Das Buch werde ich lesen, erst recht nach Deinem wunderbaren Bericht. Viele Grüße Constanze

    • Liebe Constanze,
      die vielfältigen Möglichkeiten, die wir heute haben, um Lebensentwürfe zu gestalten, sind ja eine echte Chance, das zu tun, was man gerne macht. Und Du hast ja Recht, wenn Du schreibst, dass gerade die Wirtschaft es oft nicht ermöglicht, auf mehrere Jahre sicher zu planen. Und wie schwierig die Situation dann werden kann, das zeigt Bilkau an ihren Figuren so gut, denn beide sind sind arbeitslos. Für Isabell wird es wohl kein neues Engement geben, sie hat zuviel Angst; und Georg bekommt als Journalist nur Angebote, die mit seiner journalistischen Haltung nicht vereinbar sind: über die Luxusimmobilien habe ich ja schon geschrieben, andere Stellenangebote sind im Bereich den Contenmangements für Pharmaunternehmen, alles Inhalte, die Georg aufgrund seiner Wertvorstellungen ablehnt. Es ist eben doch nicht immer so einfach, nach eigenen Vorstellungen zu leben, manchmal sind auch schwieirge Anpassungen erfoderlich. Was mit Isabell und Georg aber in Zukunft passieren wird, ob sie ihre Vorstellungen vom leben, allen Schwierigkeiten zum Trotz, werden leben können oder sie sich sozusagen noch einmal neu erfinden müssen, das lässt Kristine Bilkau offen.
      Viele Grüße, Claudia

  4. Bin auch gerade dabei, es zu lesen. Bin bisher ganz angetan und kann als zweifacher Papa die Ängste und Sorgen und auch Spleens, die die Figuren auf den ersten Seiten durch bzw. ausleben sehr gut nachvollziehen. Ich will deinem Endfazit nicht vorgreifen und komme darauf zurück, wenn ich meine Besprechung schreibe. Jedenfalls scheint dieses Buch der Roman des Frühjahrs zu werden.
    Liebe Grüße
    Marc

    • Lieber Marc,
      da bist Du ja noch einmal ganz anders „betroffen“ von den Figuren. Ich hätte Isabell ja manchmal ein bisschen schütteln wollen, wegen ihrer Konsumspleens, wohne aber auch nicht in einem Bio- und Feinkostquartier mit schicken Bistros und Brotmanufakturen, sodass ich diesen Konsumwünschen sehr gut widerstehen kann.- Aber auch ich habe mich sehr gut in den Figuren wiederfinden können, denn wir haben vor zehn Jahren einmal ähnliche Zeiten mit Krankheiten und Arbeitslosigkeit erlebt. Bilkau beschreibt diese Situation und ihre Auswirkungen auf die Figuren so nah und eindringlich, als hätte sie das selbst mehr oder weniger nah erlebt, sehr beeidnruckend, jedenfalls. – Und nun bin ich gespannt auf Deine Meinung zum Roman.
      Wir lesen uns, Claudia

      • Hallo Claudia,

        mittlerweile ist das Buch ausgelesen und deine Eindrücke haben sich bestätigt. Ganz großartiges Buch, welches für mich zu den besten Romanen der letzten Monate gehört.

        Liebe Grüße,
        Marc

      • Lieber Marc,
        gerade in den letzten Tagen haben ja einige Blogger ihre Leseeindrücke der „Glücklichen“ geschildert. Nicht alle sind so überzeugt worden. Umso mehr freue ich mich, dass Du den Roman wohl sehr genossen hast – wenn er für Dich zu den besten der letzten Monate zählt. Dann finde ich bestimmt auch bald Deine Besprechung auf Deinem Blog.
        Viele Grüße, Claudia

      • Ist schon veröffentlicht 😉 schaue einfach mal vorbei 🙂 liebe Grüße

  5. Eigentlich wollte ich das Buch nicht lesen, irgendwie konnte mich der Klappentext nicht überzeugen – nach dem Lesen deiner Besprechung werde ich meine Meinung wohl ändern müssen. Ich weiß nicht, was der Geldbeutel dazu sagt, aber das Buch steht auf jeden Fall schon mal auf der Wunschliste! 🙂

    • Liebe Mara,
      ich weiß ja, dass Du auch immer einen unendlich hohen Stapel Literatur vor Dir stehen hast, den Du nach und nach lesen möchtest, aber dieses Buch möchte ich Dir da wirklich gerne noch oben drauf legen. Bilkau hat einfach eine aktuelle Geschichte (die sicherlich nicht immer so positiv ist, aber unsere gesellschaftliche Realität abbildet) mit sehr lebendigen und lebensnahen Figuren erzählt und auch die Sprache und die sich abwechselnden Erzählstimmnen Isabells und Georgs tragen zum Lesegenuss bei. Kann ich wirklich nur sehr, sehr empfehlen. Und vielleicht gibt es ja auch ein Leseexemplar des Verlags? Und ich lese dann im Gegenzug „Altes Land“, das Du mir mit Deiner Besprechung so ans Herz gelegt hast und das ich eigentlich nach Stöbern im Verlagsprospekt nicht lesen wollte?!
      Viele Grüße, Claudia

    • Es stimmt, auch bei mir ist die Lektüre und sind die Figuren noch ganz präsent. Beim zweiten Lesen gibt es bestimmt noch eine Menge zu entdecken, wenn man sich ein wenig dem Sog der Handlung entziehen kann. Ich überlege schon, ob es nicht zur Schullektüre taugt, das könnte ich mir richtig gut vorstellen. Es geht um Lebensentwürfe, es geht um die Anpassung an gesellschaftliche und wirtschaftliche Erfordernisse, um Unsicherheit, und immer wieder um gestalt- und gesichtslose Arbeitgeber – und an einer Schule mit wirtschaftlichem Schwerpunkt soll auch der Deutschunterrichtz sich gerade mit diesen Themen auseinandersetzen. Also, vielleicht lese ich Bilkau noch einmal mit ganz genauem Blick. Und ich schließe mich Deinem Wunsch in Deiner Besprechung an: Dem Buch sind noch viele Leser zu wünschen: https://xeniana.wordpress.com/page/3/
      Viele Grüße, Claudia

    • Dann hast Du ja noch schöne Lesestunden vor Dir – auch wenn Isabell und Georg nicht gerade eine schöne Zeit haben.
      Viele Grüße, Claudia

  6. Liebe Claudia,
    das ist in der Tat ein sehr aktuelles Problem, wir bekommen es besonders bei und im Umfeld unserer Tochter mit, die mit Ihrer Kleinfamilie (ungefähr so eine, wie offensichtlich in dem Buch beschrieben) in Berlin lebt und arbeitet.
    Ich weiss allerdings nicht, ob ich mir das auch noch auf den Stapel legen werde, es klingt zwar so, als würde es sich sehr lohnen, aber im Moment ist mein Stapel so hoch… also gut, ich nehme es auf die Liste, immerhin.
    Vielleicht schenke ich es meiner Tochter, aber solange die jungen Menschen heute Arbeit haben, haben die keine Zeit wegen dem, was in dem Bilka-Buch beschrieben wird (Kind, Mann, Vollzeitjob).
    Es ist schon ein seltsamer Kreislauf, dieses Leben – wobei, für mich sieht es im Moment in manchen Aspekten mehr nach einer Spirale aus, die immer weiter in eine Enge führt, aus der wir nur noch ganz schwer wieder rauskommen – ausser mit nem grossen Knall. Naja, solange wir Bücher haben, die das abbilden…
    Liebe Grüsse
    Kai

    • Lieber Kai,
      vielleicht ist Bilkaus Roman auch so gar nicht die rechte Lektüre, wenn man so nah am Thema dran ist. Aber er beschreibt dieses Hamsterrad, von dem Du ja auch sprichst, schon sehr beeindruckend und eindringlich. Und ist so der Roman, der sicherlich die Befindlichkeit vieler Familien aufzeigt, die so gar nicht wissen, was sie tun sollen, um immer „wettbewerbsfähig“ zu sein, um im Konkurrenzkampf um Jobs immer eine Nasenspitze weiter vorne zu liegen als der andere, eine wirklich sehr aktuelle Zeitdiagnose. Und manchmal ist das sicher auch beängstigend, weil es kaum einen Ausweg gibt, nicht einmal für die gut Ausgebildeten.
      Erschreckend ist ja tatsächlich, wie wir alle völlig ruhig weiterlaufen in unseren Spiralen, die sich immer enger ziehen. Han hat das Phänomen in seiner „Psychopolitik“ beschrieben: Durch die Ökonomisierung unseres Denkens und Handelns haben wir die Idee der Solidarität verloren. Menschen vereinzeln und kämpfen für sich, nicht zusammen. Und wem es schlecht geht, wer zum „Verlierer“ wird, trägt doch wahrscheinlich auch selbst Schuld daran. So kommen wir bisher um den „großen Knall“, den Du ja auch befürchtest, gut herum. Langfristig aber, da gebe ich Dir völlig Recht, kann es ja doch dazu kommen. Und ich denke auch, dass diese Rechtsradikalisierung, die wir überall und in allen Ländern beobachten und beklagen können, schon ein erstes Zeichen für das Unbehagen der Menschen ist – auch wenn es sich in die völlig falsche Richtung entwickelt und wir den Eindruck haben, die Menschen hätten immer noch nicht aus der Vergangenheit gelernt – oder schon wieder vergessen.
      Nachdenkliche Grüße ins Rheinland, Claudia

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