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Joshua Ferris: Mein fremdes Leben

Feris_2Nur auf den ersten Blick hat es Paul O´Rourke, Zahnarzt in Manhattan, mit einem Diebstahl seiner Identität im Internet zu tun, wie es Titel, Cover, Klappentext und Verlagsinformationen erwarten lassen. Wer nun eine spannende Geschichte über das Katz- und Mausspiel im Internet, wer gar kriminologische Recherchen und Verfolgungen erwartet, wer sich ein bisschen erschrecken möchte über die gespenstischen Möglichkeiten des Datenmissbrauchs im Internet, wer gar eine kritische Auseinandersetzung mit den Wirkungen sozialer Medien auf die reale Persönlichkeit, und das in Verbindung mit dem Doppelgängermotiv, erwartet: der wird enttäuscht.

Sicher gibt es da einen jemand, der nicht nur eine Website der Praxis ins Netz gestellt hat, sondern im Laufe der folgenden Tage und Wochen auch in immer mehr sozialen Netzwerken unter dem gekaperten Namen sehr präsent ist. Aber da ist eben kein Möchtegern-Doppelgänger am Werk, der sich für den realen Zahnarzt ausgeben will, um sich in seinem realen Leben breitzumachen – gute Vermögensverhältnisse inklusive, leider keine Frau, keine Kinder. Vielmehr ist der erste und direkte Ansprechpartner der Aktionen Paul selbst, denn er wird aus dem virtuellen Raum mit einer Frage konfrontiert, die ihn wohl schon länger selbst umtreibt: „Wie gut kennst du dich selbst?“ Und daraus entspinnt sich ein Dialog und ein Nachdenken über Zugehörigkeit, über verbindliche und verbindende Regeln, über Religion.

Paul O´Rourke hat es geschafft. Aus einer mittelosen Familie aus der Provinz stammend hat er nun eine gut gehende Zahnarztpraxis an der Park Avenue in Manhattan. Die Praxis ist effizient organisiert, sodass Paul spielend Patienten in fünf Behandlungszimmern versorgen kann. Betsy Convoy, die beste Zahnhygienikerin, die man sich denken kann, bereitet die Patienten mit einer professionellen Zahnreinigung schon einmal auf die Segnungen des Chefs vor, die Krankenkassen der gut betuchten Patienten zahlen es ja. Und Paul ist gut in seinem Job, er versucht zu reparieren, was die Patienten durch nachlässige Zahnpflege, und hier ist vor allem der unzureichende Gebrauch von Zahnseide zu nennen, vermasselt haben:

Ich rate meinen Patienten dringend, Zahnseide zu benutzen. Zuweilen keine leichte Aufgabe. Aber sie hätten eben Zahnseide benutzen sollen. Regelmäßiger Gebrauch von Zahnseide verhindert Paradontose und kann lebensverlängernd wirken, immerhin bis zu sieben Jahren. Natürlich kostet das Zeit und Mühe und kann einem auch sonst richtig auf den Sack gehen.(S. 11)

Mit Paul zu arbeiten ist nicht angenehm – auch in diesem Roman seinen Gedanken zu folgen, ist nicht immer die reine Freude und vielleicht wäre es für den Leser erquicklicher, wenn er sich insgesamt kürzer gehalten hätte-, denn er ist durch und durch Zyniker, der gesellschaftliche Konventionen, etwa das Grüßen seiner Mitarbeiterinnen am Morgen, ebenso missachtet, wie er sich über die kleinen Freuden seiner Mitmenschen, etwa auf einem See mit einem Bötchen zu fahren, mit deutlichen und offenen Worten lustig macht und kein Problem damit hat, den Patienten, den Mitarbeiterinnen auch mal ganz offen die Meinung zu sagen. Dem zu folgen ist manchmal anstrengend. Dann aber verkündet er auch solch messerscharfen Analysen der gesellschaftlichen Realität, dass es doch wieder ein Gewinn ist, seinen Überlegungen zu folgen: Selbst bekommt er sein iPhone, von ihm sehr schlau Ich-Maschine genannt, kaum aus der Hand, trotzdem durchschaut er die Wirkweisen des Internets ebenso klar, wie auch das Verhalten der so genannten wirtschaftlichen Eliten. Und so ist es auch leicht vorstellbar, dass es nicht leicht ist, mit Paul zusammenzuleben.

Paul ist Wissenschaftler, er stützt sich bei seiner Arbeit auf wissenschaftliche Diagnostik, nutzt seinen Verstand, trifft rationale Entscheidungen. Mit seinem Verstand durchschaut er viele gesellschaftliche Konventionen, macht sich lustig, lehnt sie ab. Damit ist er die Verkörperung des modernen, des aufgeklärten Menschen, der sich auf seinen Intellekt verlässt, zweifelt, bis er eine Erklärung, eine nachvollziehbare Begründung hat und alles ablehnt, was emotional ist, was sich eben nicht rational erklären lässt. Er liebt den Zweifel an allem und jedem, lehnt Gefühle ab, lehnt den Glauben ab, der keine Hilfe war, nachdem sein Vater sich im Bad erschossen und seine Mutter ihn in alle möglichen Kirchen mitgenommen hat, auf der Suche nach Schmerzlinderung.

Aber sein Leben ist irgendwie leer, ohne Sinn, ohne Struktur. Halt geben ihm die Red-Sox – solange sie nicht erfolgreich sind und er als Fan richtig gut mitleiden kann -, und der gelegentliche Ausflug in eine Shopping-Mall, um zu konsumieren, – obwohl er doch schon alles hat. Merkwürdigerweise findet er aber auch Halt in den Familien seiner Freundinnen, man könnte denken, er verliebt sich nicht in die Frauen, sondern in die Familien, aus denen sie stammen. Da waren die Santacroces, eine sehr katholische Familie, denen er unbedingt gefallen wollte, und dann die Plotzens, eine jüdische Familie, die er beneidete um ihren Zusammenhalt bei der Vielzahl an religiösen Ritualen. Aber: er glaubt nicht an Gott, weder an den katholischen noch an den jüdischen, und so scheitern diese Beziehungen.

Da kommt nun dieser Identitätsdiebstahl wie gerufen, denn der anonyme Schreiber scheint genau diese Leerstelle Pauls füllen zu können. So lassen es die Einträge auf der Homepage der Arztpraxis vermuten, so die Tweets, die Kommentare, die Mails, die er in Pauls Namen veröffentlicht oder direkt mit ihm austauscht. Was ist, wenn es eine Gemeinschaft von Menschen gibt, ein Volk, noch älter als die Juden, der Gott aufgetragen hat zu zweifeln, auch und ausdrücklich an ihm selbst, und die wegen dieses Zweifels verfolgt wird bis zum heutigen Tag? Eine Gemeinschaft, die Wert legt auf die Genealogie, durch die tatsächlich nachgewiesen werden kann, wer zu dieser Gruppe gehört, wie die Familien aus Kanaan ausgewandert sind und über Jahrhunderte durch Europa von Osten zum Westen, Namensänderungen inklusive? Eine Gemeinschaft, genannt die Ulms, die sich sogar mit ein bisschen Wahrscheinlichkeit – allerdings keine wissenschaftlich valide – genetisch nachweisen lässt, DNA-Tests sollen hier Aufschluss geben? Eine Gemeinschaft, die sich wieder im Ursprungsgebiet angesiedelt hat und dort ihre gemeinsamen Wurzeln pflegt? Das ist eine ziemlich verheißungsvolle Nachricht für Paul – allen seinen wissenschaftlichen, seinen intellektuellen, seinen aufgeklärten Vorstellungen zum Trotz.

Joshua Ferris blickt in seinen Romanen gerne auf den modernen Menschen, der sich in unwirtlichen Umgebungen zurechtfinden muss. Sein Roman „Wir waren unsterblich“ demaskiert den (Arbeits-)Wahnsinn in einer Werbeagentur, der Roman „Ins Freie“ zeigt, wie das zwanghafte Laufen das Bilderbuchleben eines angesehenen Anwalts zerstört. Nun schaut Ferris auf die (nur amerikanische?) Suche nach Lebenssinn, vor allem nach Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit ähnlichen Ideen, Regeln und Werten, die offensichtlich leicht durch eine Religion gestillt werden kann, für die modernen Ungläubigen eben auch eine, in der es nicht notwendig ist, auch an einen Gott zu glauben, in der der Zweifel eben zum Bekenntnis gehört.

Durch den geheimnisvollen Anonymus bringt Ferris Spannung in die Geschichte um Paul, dessen zynischen Ergüssen über die ersten 100 Seiten zu folgen manchmal schwerfällt und der sich sowieso gerne hätte etwas kürzen fassen können. Dann aber entwickelt sich die Geschichte – weit weg von der Datenmissbrauchsproblematik – im Zuge der Suche nach dem Urheber der merkwürdigen Texte zu einer interessanten Auseinandersetzung rund um die Sinnsuche des modernen Menschen und zeigt, wie schnell wir dem einen oder anderen Quacksalber auf den Leim gehen können, wie schnell wir in unserer Sehnsucht nach dem Verstanden-Werden und dem Dazugehören manipulierbar sind. Dabei wird Paul keine Figur, die dem Leser ganz besonders ans Herz wächst, immerhin aber ist er einer, der, manchmal auch mit Ironie und Witz, seinen Weg in eine abgründige religiöse Gemeinschaft deutlich macht, Aufklärung hin oder her.

Dieses Thema schien dem Verlag wohl nicht marktfähig genug, sodass es zu den falsche Assoziationen auslösenden Hinweisen kam. Dabei ist es doch ein ganz wichtiges, ganz aktuelles Thema – nicht nur in Amerika und der dort beobachtbaren religiösen Auswüchse bis die Führungsetagen der Politik. Zu einer Gruppe mit gleichen Ideen, Sorgen, Ängsten und Nöten zu gehören, scheint auch in Europa gerade sehr in Mode, es muss ja nicht immer eine religiöse Gruppe sein, der man sich gerne anschließt, manchmal reichen ja auch gemeinsame Feindbilder bei der (Lebens-)Sinnsuche, die ritualisierte Feier findet dann eben montags auf der Straße statt…

Joshua Ferris (2014): Mein fremdes Leben, München, Luchterhand Verlag

In der Welt geht Wieland Freund noch einen Schritt weiter, wenn er vorschlägt, die Geschichte um Paul O´Rourke als Parabel zu sehen: Was wäre, wenn er ein ISIS-Kämpfer sei?!

11 Kommentare

  1. serendipity3012 sagt

    Eine interessante Besprechung! Ich habe neulich „Ins Freie“ gelesen, das Buch hat mich etwas zwiespältig zurückgelassen, so ganz weiß ich nicht, was ich vom Autor halte, aber auch „Mein fremdes Leben“ begegnet mir immer wieder. Gut zu wissen, dass der Klappentext etwas irreführend ist. Ich behalte den Roman mal im Hinterkopf.

    • Mir geht es schon mit den Ferris-Romanen ähnlich wie Dir: sie laden nicht unbedingt zur gut lesbaren Lektüre ein, vielleicht sogar zu Identifikationen. So ist es mir jedenfalls mit dem Roman „Wir waren unsterblich“ gegangen und nun auch mit dem „fremden Leben“. Diese Lektüre, die uns, wie Du schreibst, zweispältig zurücklässt, die ein Stück auch verstörtend ist, passt aber auf der anderen Seite gut zu den Themen und Figuren, die Ferris uns da im Roman präsentiert.
      Viele Grüße, Claudia

  2. Also mich hat „Ins Freie“ damals nachhaltig beeindruckt, von dem neuen Roman habe ich bisher die Finger gelassen. Ein Zahnarzt? Nach der Rezension werde ich diese Einstellung vielleicht nochmal überdenken.

    • serendipity3012 sagt

      Der Roman hat bei mir nachgehallt. Es gibt ja solche Bücher, die man ausliest, weglegt und dann feststellt, dass er einem doch noch länger im Kopf rumschwirrt. So wars bei mir, und das spricht sicher für den Autor. 🙂

      • Dem kann ich nur zustimmen. Es gibt so aberwitzige Szenen, wie eine Figur versucht beispielsweise, Jude zu werden. Er studiert alle Besonderheiten, alle Vorschriften, alle Rituale, lernt die Sprache und kennt manches besser als seine jüdische Freundin. Und dann kommt die Frage, ob er auch glaube – und alles bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Und ähnliche Szenen sind mir auch noch aus dem Roman „Wir waren unsterblich“, aus der in der Wir-Form geschriebenen ständig raunenden Werbeagentur in Erinnerung. Ja, das spricht bestimmt für den Autor.

    • Mir ging es so, dass meine Sympathie schon alleine wegen des Berufs nicht gar so groß war – obwohl ich einen ganz tollen Zahnarzt habe, ihm ist wirklich NICHTS vorzuwerfen. Es hat wohl mehr etwas mit diesem hilflosen Liegen im Zahnarztstuhl und der Unmöglichkeit des Redens zu tun, dass die ganze Situation nicht wirklich angenehm ist… Und Paul O´Rourke schaut auch tatsächlich in ganz gräßlich verunstaltete Münder, weil die Menschen es eben nicht so genau nehmen mit der Zahnhygiene, obwohl er es doch so empfiehlt. Er scheint aber ein guter Zahnarzt zu sein und kriegt da so einiges wieder hin und berichtet das auch recht sachlich. Deswegen kannst Du Dich vielleicht trotz dieses Berufes an die Lektüre wagen :-).
      Viele Grüße, Claudia

  3. laura sagt

    Du schreibst gut abgewogen, indem du die -potentielle- Leseerwartung dem tatsächlichen Leseerlebnis gegenüberstellst. Das finde ich prima, weil ich – je mehr ich lese- umso öfter feststelle, dass dieses Verhältnis den Eindruck eines Buches oft stark mitbestimmt! Danke dafür! Ich selbst hab von Ferris bisher nichts gelesen, aber nun bin ich ein bißchen neugierig geworden. Auch wenn eine kritische Auseinandersetzung mit Persönlichkeit im Netz fein gewesen wäre 😉

    • Liebe Laura,
      genau wegen der Netzpersönlichkeit, genau wegen des Identitätsdiebstahls habe ich mich auf diesen Roman gestürzt. Ah, habe ich gedacht, ein ganz kautelles Thema, klasse. So in die Richtung von Joshua Cohens „Vier Nachrichten“. Und, habe ich weiter gedacht, die Amerikaner sind mal wieder am Puls der Zeit. Dann ging es aber um etwas Anderes, denn als sich herausstellt, dass der anonyme Schreiber sich vornehmlich mit den religiösen Äußerungen in O´Rourkes Namen begnügt, war die gestohlene Netzidentität O´Rourke gar nicht mehr so wichtig. Das Thema, das sich dann aber entfaltet, nämlich die Sehnsucht der Menschen nach spirituellem Sinn, nach Ritualen und Zugehörigkeit, ist ja auch sehr aktuell, wir haben eine Facette davon, eine recht bedenkliche, gerade letzte Woche wieder erlebt. Nun wird O´Rourke kein Fundamentalist, aber seine Entwicklung ist vor dem Hintergrund seiner wisenschaftlichen Ausbildung schon sehr erstaunlich. Vielleicht schaust Du ja auch einmal durch das auf dem Cover abgebildete Fernglas in das Werk Ferris…
      Viele Grüße, Claudia

  4. Liebe Claudia,
    ob ich mir das Buch antun werde weiss ich nach Deiner Besprechung zwar nicht – mir scheint es bis man zum Kern der Sache kommt ein bisschen viel unnötigen Ballast drum rum mit sich zu schleppen. – Aber das Thema, das Du in Deiner Besprechung so schön herausgeschält hast ist nicht nur ein sehr interessantes, sondern ob der globalen Gewalttaten, die sich inzwischen zu einer gruseligen Art von ‚Normalität‘ zu entwickeln scheinen, ein ganz virulent aktuelles. Vielleicht ja DAS Thema unserer Zeit. Nämlich, die Sehnsucht, einer Gruppe zuzugehören, die einen irgendwie schützt, eine Art Wärme und Zugehörigkeit bietet. Und wenn es dann am Ende, wie ja leider zu beobachten ist, immer mehr pseudoreligiöse Gruppen sind, die Menschen glauben machen, dass man für seine einzig wahre Überzeugung den ‚Märtyrertod‘ sterben muss und es nichts schöneres gibt als das. Marketingtechnisch nennt man das ja Peer Group. So gesehen sind Al Quaida, IS, Boko Haram alles erschreckend erfolgreiche Peer Groups, die ganzen Pegidas übrigens auch, und ich würde auch sowas wie diese AFD dazu zählen.
    Das ist alles andere als harmlos, und oft werden diese Phänomene dadurch erklärt, dass die Menschen nichts mehr haben, an das sie sich halten können. Der Einfluss der Kirchen bricht weg, die Familien brechen auseinander usw. usw. Ich weiss es nicht und ich verstehe es auch nicht wirklich, denn Menschen haben doch Menschen, haben doch Mitmenschlichkeit, hätten doch jahrzehntelang in ihren Familien, in ihren Kirchen, als diese angeblich noch ‚funktioniert‘ haben, das alles lernen können, um es weiterzutragen. Haben sie aber offensichtlich nicht oder immer weniger. Hat wohl dann doch nicht so geklappt.
    Ich bin, als nicht-religiöser Mensch, der Überzeugung, dass man mit Aufklärung und Humanismus ziemlich weit kommt, aber beides hat und hatte mit Familie und mit Religionen nicht wirklich was zu tun. Vielleicht ist das ein Grund?
    Danke für diese nachdenklich machenden Text und liebe Grüsse
    Kai

    • Lieber Kai,
      was für eine Arbeitswoche, deswegen komme ich nun erst dazu, auf Deinen umfassenden, komplexen, tollen und auch nachdenklich machenden Kommentar einzugehen.
      Diese, wie Du ja auch schreibst, trotz Aufklärung, trotz Humanismus, trotz Familie und Freunden immer wieder sehr merkwürdige Suche nach einer religiösen Aufladung des Lebens, ist auch mir unerklärlich. Mir ist aber auch Kant näher also irgendeine spirituelle Schrift.
      Ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob sich die Figur des Paul O´Rourke wirklich anbietet für die Deutung, hier auch Erklärungsmsuter für die islamistische „Peer-Group-Suche“ (eine toller Bezeichnung von Dir) zu finden. Denn Paul ist schon ganz deutlich Amerikaner mit allem, was Amerikaner mit Blick auf Konsum, Sport und auch Wissenschaft so ausmacht und insofern vielleicht eher stellvertretend für die Sinnsuchein der westlichen Welt. Seine Pseudoreligion ist auch recht harmlos, sie ist eher eine Kritik an allen anderen Religionen. Hier steht ja auch die Frage im Raum, wie viele Anhänger es braucht, um eine Sekte zu sein und wie viele, damit es eine Religion ist, die die „Wahrheit“ besitzt. Und auf dieser Ebene setzt der Roman sich vor allem mit dem Christentum und dem Jundetum auseinander.
      Auf einer noch weiteren Ebene geht es natürlich um die ganz allgemeine Sinnsuche. Und da sind wir dann möglicherweise bei den Extremisten aller Richtungen angekommen, die offensichtlich vielen Menschen ein sehr gutes, meistens auch sehr einfach gestricktes, Lebensangebot machen. Tja, Komplexität und Unterschiedlichkeit kann wohl auch Angst machen.
      Aber wie gut in der ganzen aktuellen Diskussion, dass Muslime sich schützend vor Pressehäuser stellen, sich deutlich für die Pressefreiheit aussprechen. Das ist doch zumindest mal ein sehr guter Anfang.
      Viele Wochenendgrüße, Claudia

  5. Pingback: Taschenbuch-Neuerscheinungen Frühjahr 2016

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