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Die Sonntagsleserin: KW # 14 2014

Sonntagsleserin_2Die Bücherphilosophin hat die Idee gehabt, mittlerweile berichten immer mehr Blogger in ihren allwöchentlich-sonntäglichen Rückschauen über die besonderen Blogleseerlebnisse der vergangenen Woche. Bei der Bücherphilosophin findet ihr auch eine Liste der anderen Sonntagsleser, bei denen es immer vieles zu entdecken gibt.

In dieser Woche habe ich viele Blogbeiträge zum Thema Reisen und Literatur gefunden. Angestoßen wurde dieser Blick zum einen von Wolfgangs Vorstellung eines Essays zum Thema Reisen und Lesen, speist sich zum anderen aber bestimmt auch aus meiner Vorfreude auf die Freiheiten, die die die kommenden Ostertage uns bescheren, und hat natürlich auch etwas zu tun mit meinem immer interessierten Blick auf die vielen Reisen in entfernte Gefilde oder zu besonderen Ereignissen in der Nähe, die ich beim Lesen der Romane erleben kann.

Die Initialzündung meiner Blogperspektive in dieser Woche ist aber Wolfgangs Beitrag über seine Lektüre von Petras Essay (ja, es ist Petra von phileablog!) „Ganz weit weg. Leselust und Reisefieber“ gewesen. In ihrem Text skizziere Petra „in elegantem Plauderton“ die ähnlichen Beweggründe, die zum Reisen sowie zum Lesen verleiten, sie erkläre, ob man sich auf Lektüren vorbereiten müsse wie auf die Erkundung fremder Landstriche und Menschen und zeige, dass es manchmal auch sehr schöne Reisen zu Hause gebe.

Und schon reiste ich beim Lesen von flattersatz´ Blog nach Damaskus und folgte einem vierzehn-jährigen Jungen in die Altstadt, in das alte Viertel, „in dem noch Lehrhäuser stehen, die Kinder ohne Sorge vor dem Verkehr auf der Straße spielen können und das Leben noch weitgehend in einem althergebrachten Rhythmus verläuft“. Diese scheinbare Ruhe ändere sich dann in den nächsten Monaten aber und so könne der Leser auch die politischen Verhältnisse Syriens und weitere Umbrüche des normalen Lebens beim Lesen miterleben. Flattersatz jedenfalls empfiehlt uns Rafik Schamis Jugendroman „Eine Hand voller Sterne“.

Leopods Literarische Landkarte entführt uns mit zu Antoine des Saint-Exuperys „Nachtflug“ über Südamerika. Mit der Karte bebildert er wieder einmal sehr anschaulich die Flugrouten der Postflugzeuge, des „Patagonien-Fliegers, des „Chile-Fliegers“, des „Paraguay-Fliegers“, die hier in den 1930er Jahren wegen der Konkurrenz zu Schiffen und Eisenbahnen pünktlich sein müssen. Die wenn auch spannende Geschichte lässt Leo aber wegen des problematischen Umgangs von Piloten und Flugkoordinatoren mit ihrer Verantwortung „ratlos zurück“, es bleibt aber der Blick auf die Anfänge der globalen Postverkehrs und die Entwicklung der Schnelligkeit.

Tobias bricht mit Jonathan Lethems Roman „Der Garten der Dissidenten“ auf nach New York, genauer in die Gartenstadt Sunnyside Gardens in Queens/ New York sowie nach Manhatten. Durch seine Reise in der Literatur erlebt er dabei mit der Familie Zimmer sowohl die kommunistischen Zirkel der 1930 Jahre wie auch die Kultur der Beatniks in den 1960er Jahre und die Occupy-Bewegung der Gegenwart.

Anna entführt uns mit Sylvain Tesson zum Baikalsee und erzählt uns nach ihrer Lektüren-Reise, wie es sich lebt in einer einsamen Hütte „In den Wäldern Sibiriens“. Tesson beschreibe in seinem „Tagebuch aus der Einsamkeit“ seine sechs Monate dort, seine Wanderungen, sein abgeschiedenes und bei den extremen Temperaturen sicher auch nicht immer einfaches Leben. Er habe vor allem auch eine große Kiste Büchern mitgebracht, die er nun lese und über deren Lektüre er in seinem Tagebuch berichte und uns nun als Leser aufzeige, wie gut es zusammengehen kann, das Reisen und das Lesen.

Maren denkt in ihrem Beitrag „Träume der anderen“ über eine ganz besondere Art des Reisens nach. Sie berichtet von Menschen, die eine große Reise unternehmen, stellvertretend für einen geliebten Menschen, der sich seinen Traum nun nicht mehr verwirklichen kann.

Und mit Eva können wir nach Rom reisen, eine Möwe auf der Engelsbrücke bewundern, den legendären Fiat Bambino begucken und schauen, wo überall der Frühling in die ewige Stadt einzieht.

Und da in der letzten Woche Linus einen Lieblingsbeitrag vorstellen durfte, möchte Felix das in dieser Woche gerne tun. Er empiehlt eine Reise in den Herbst, denn nur dann gebe es so viel Spaß mit Laubhügel, wie er in diesem Video nicht leid wird zu gucken. Das hat er wohl auf Maras Facebook-Seite gefunden (und bitte an der blöden Werbung vorbeigucken!).

Ich wünsche Euch wieder schöne Lesereisen – mit hoffentlich frühlingshaftem Wetter.

7 Kommentare

  1. Unglaublich, du hast es wieder geschafft, die heimlichen – ja fast schon unheimlichen – Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Blogbeiträgen zu sehen. Schön, dass du doch noch sonntagslesen konntest. Und danke für die Erwähnung 🙂 Einen guten Montag. LG Anna

    • Liebe Anna,
      zu dem Last-Minute-Beitrag lag wenigstens schon einmal eine Stichpunktliste vor, deshalb habe ich es gerade noch geschafft.
      Dir auch einen schönen Montag, Claudia

    • Ich habe mich gefreut, mal wieder eine Literarische Landkarte zu entdecken! Und das Lästigste bei dem Sonntagslesebeitrag sind die tausendunddrei Verlinkungen, den Inhalt zu schreiben macht ja auch viel Spaß.
      Viele Grüße, Claudia

  2. Schön, so eine themenspezifische Zusammenstellung. Anscheinend zieht es viele von uns gerade raus – ob real oder in Gedanken. 😉 Danke!

    • Liebe Maren,
      auch wenn wir keinen langen, eiskalten, sehr nassen oder mächtig schneereichen Winter gehabt haben, sind doch diese Frühlingstage mit den milden Temperaturen, dem Sonnenlicht, den vielen Farben und Gerüchen eine tolle Zeit – die auch ganz viel Lust aufs Reisen macht, weil man sich wieder viel lebendiger, quirliger, neugieriger fühlt. Da passten dann in der letzten Woche einige Eurer Beiträge sehr schön zusammen. Und Dein Artikel zum „Reisen für Andere“ hat mich sehr berührt und gerührt. Das ist schon eine tolle Idee, eine Reise für einen lieben Menschen zu unternehmen, quasi stellvertrende für ihn an die Wunschorte zu fahren und ihm so seine Träume zu erfüllen.
      Viele Grüße, Claudia

  3. Pingback: Aneignung der Welt | Von Orten und Menschen

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