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Die Sonntagsleserin: KW # 08 2014

Sonntagsleserin_2Die Bücherphilosophin hat die zu Beginn des Jahres die Idee gehabt und mittlerweile berichten immer mehr Blogger in ihrer allwöchentlich-sonntäglichen Rückschau über die besonderen Blogleseerlebnisse der vergangenen Woche. Eine Liste der mitmachenden Blogs findet Ihr auf der Seite der Bücherphilophin.

Ich habe die vergangene Blog-Lese-Woche als viele Sinne anregend empfunden: es gab etwas zu rätseln und aufzuklären, es gab Neues zu erfahren, etwas Interessantes zu hören, mehreres zu sehen und nicht zuletzt etwas zum Nachdenken und Diskutieren:

Rätseln und Aufklären

Einen Schwerpunkt in dieser Woche bildeten – eher ungewöhnlich – die Krimis:

Masuko macht uns neugierig auf den ungewöhnlichen Krimi „Teufelsgrinsen“, der im viktorianischen London spielt. Der Protagonist Dr. Anton Kronberg ist Bakteriologe und Epidemiologe – und eigentlich eine Frau, nämlich Anna, die im 19. Jahrhundert aber nur in Männerverkleidung wissenschaftlich arbeiten kann. Ihr Helfer (!) ist Sherlock Holmes, der ihre Maskerade sehr schnell durchschaut. So spannend wie der Krimi ist auch seine Entstehungsgeschichte, die Masuko uns auch erzählt.

Auch Muromez ist begeistert von einem Krimi, nämlich der alten Geschichte von Jack the Ripper, die nun aber als Graphic Novel „bildgewaltig und farbenfroh“ und mit „detaillierten Zeichnungen“ daher kommt und außerdem noch bis zum letzten Bild eine spannende Geschichte aufweist.

Die Klappentexterin hat in der letzten Woche schon Jan Costin Wagners Roman bzw. Krimi „Tage des letzten Schnees“  vorgestellt und damit viel Lust aufs Lesen gemacht. In dieser Woche hat sie ein Interview mit dem Autor geführt, in dem Ihr u.a. etwas erfahrt über sein Verhältnis zur Stille, seine Beziehung zu Finnland und die Planung weiterer Kimmo Joentaa-Romane.

 

Erfahren

Birgit bringt uns ja immer mal wieder Gedichte nahe. Auch ihrem Beitrag über Ruth Klüger fügt sie Gedichte der Autorin bei und  schafft es so auf wunderbare Weise, den Bericht über Klügers Leben und ihre Auseinandersetzung mit dem im KZ Erlebten durch die Gedichte noch einmal eine andere, eine persönlich-emotionale Ebene hinzuzufügen.

Und mit Lili Grün stellt sie uns in dieser Woche gleich noch eine jüdische Lyrikerin mit ihrere Lebensgeschichte und einigen Gedichten vor.

 

Hören

Bei libroskop gibt es ein interessantess Interview zu hören mit Claudia Steinitz, einer Übersetzerin von französischen Romanen. Sie gibt Einblicke in ihre Arbeit und berichtet so nicht nur darüber, dass sie vor allem solche Romane übersetze, die ihr selbst gut gefallen, sondern erzählt auch über die Verlockung, die Übersetzung sprachlich besser zu machen als das Original. In den englischen und französischen Verlagen, so berichtet sie, werde längst nicht so viel lektoriert, wie dies bei den deutschen Verlagen üblich sei und so bestehe bei der Übersetzung eben die Möglichkeit des Lektorats – die sie auch gerne nutze.

 

Sehen

Auch wer sich nicht unbedingt für gruselige Zombie-Romane interessiert, sollte bei deep read vorbeisurfen. Sie stellt „Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker“ von David Wong vor, in dem eine Stadt von Spinnen heimgesucht wird, die sich gleich mal in den Gehirnen der Menschen ansiedeln (grrr). Und neben Karos rasanter Buchvorstellung besticht der Beitrag einfach durch die wunderbar passende  Bebilderung.

Auich hier gibt es immer mal wieder etwas Tolles zu sehen: Silvia Springorum zeigt auf ihrem Blog „Farbraum“ ihre Bilder, die sie in sehr ausdrucksstarken, kräftigen Farben, meistens gibt es auch etwas Rotes zu entdecken, malt. Auf diesem steht sie, wahrscheinlich mit ihrer Staffelei, einem Fotografen gegenüber, der sie wiederum beim Malen ablichtet.

 

Zum Informieren, Nachdenken und Diskutieren

Und zuletzt möchte ich für die, die das Interview noch nicht gelesen haben sollten, noch einmal auf Maras Interview mit Sigrid Löffler hinweisen. Hier berichtet die Literaturkritikerin über ihre Arbeitsbiografie, erläutert ihre Auffassung von Literaturkritik und äußert sich recht negativ zur Literaturkritik im Internet, wobei sie zwischen  manchmal ja tatsächlich ziemlich unqualifiziertem Lob und Tadel auf amazon und der durchaus fundierten und Kriterien deutlich machenden Kritik auf unseren Blogs wenig differenziert.

8 Kommentare

  1. Die Sonntagsleserin – ich möchte sie nicht mehr missen! Aber, die Zeit, die Zeit. Woher nimmst du sie?? All die Rezis lesen und kommentieren!! Bin beeindruckt und freue mich, dass ich mit „Teufelsgrinsen“ dabei bin.
    Einen schönen Sonntag, Masuko

    • Liebe Masuko,
      ja die Zeit ist ein echtes Problem. nd der Sonntag wird ja mit dem Sonntagsleser nun auch immer ein sehr bloglastiger Tag. Dabei haben die ungelesenen Bücher, die nun schon ein halbes Regalbrette einnehmen, auch schon angefangen, sich zu beschweren. Von den Hunden, die um mich herumtänzeln, um mir zu zeigen, was für ein schönes Wetter ist, mal ganz abgesehen. Aber: es macht ja auch Spaß, das eigene Bloglesen noch einmal zu überblicken, zu sortieren, zu kommentieren. Deshalb gibt es vielleicht nicht jeden Sonntag eine Rückschau – aber fast. Und Deinen Beitrag zum „Teufelsgrinsen“ fand ich schon wegen der Entstehungsgeschichte des Romans toll.
      Viele Grüße, Claudia

  2. Bücherphilosophin sagt

    Ich freu mich, dass Du diese Woche wieder „Sonntagsleserin“ bist 🙂 Nur weiß ich bei so vielen interessanten Links gar nicht, wo ich zuerst klicken soll… ein typisches „Sonntagsleser“-Dilemma 😉

    Hab einen schönen Sonntag,
    Katarina 🙂

    • Liebe Katarina,
      das Lesen der „Sonntagsleser“ wird wirklich zu einem echten Dilemma: so viele spannende Seiten, so viele neue Blogs und neugierig machende Artikel: und draußen scheint die Sonne wie im Frühling, die Hundejungs wollen raus und das gerade in der Lese-Arbeit befindliche Buch bleibt liegen und motzt auch. Wer ist nur auf diese verrückte Idee der „Sonntagsleserin gekomnmen 🙂 ?
      Viele Grüße und einen wunderbaren Wochenstart, Claudia

  3. Liebe Claudia, die Interviews mit Jan Costin Wagner und Sigrid Löffler waren auch meine Highlights der Woche 🙂 Und bei Masuko muss ich gleich mal vorbeischauen, denn ich stehe auf Krimis, die im viktorianischen London spielen. Herzlichst, Karo

  4. Habe schon profitiert von diesem Wochenrückblick und das Interview mit S. Löffler gelesen. Danke für den Hinweis und den ganzen Überblick.
    Wolfgang

    • Lieber Wolfgang,
      oh ja, Maras schönes Interview mit Frau Löffler hat es in sich. Und morgen gibt es schon wieder drölfzig neue Rückblicke!
      Viele Grüße, Claudia

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