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Verena Lueken: Anderswo

In „Alles zählt“, ihrem ersten Roman, folgte Verena Luekens Erzählung der Geschichte einer Journalistin, die sich eine Auszeit nimmt in New York, der Stadt, in der sie sich so gerne aufhält, um ihre Gedanken zu sortieren, um aufzutanken, um neue Schreibideen zu entwickeln. Dort erkrankt sie aber wieder an Lungenkrebs und muss nach ihrer OP eine lange und qualvolle Schmerzenszeit überstehen, bis sie endlich wieder gesundet und bei einer Reise nach Asien Hoffnung und eine neue Perspektive für ihr Leben findet. In ihrem neuen Roman „Anderswo“ ist es wieder eine weibliche Protagonistin mittleren Alters, die sich auf eine Suche begibt. Auf die Suche nach einer Leerstelle in der Biografie ihres Vaters, die sie klären möchte, auch wenn der Vater schon tot ist und sie ihm mit ihrer Recherche keinen Liebesdienst mehr erweisen kann. Es ist überhaupt eine für die Tochter ziemlich abträgliche Beziehung, die die beiden zueinander haben. Der Vater, Jugendlicher und junger Erwachsener während der Nazi- und Kriegszeit, kann schon während ihrer Kindheit wenig Empathie oder gar Liebe aufbringen für die Tochter. Sie ist …

Verena Lueken: Alles zählt

Die Erzählerin hat sich eine Auszeit genommen. Sie will in New York, in der Wohnung von Freunden, die vor der Hitze des Sommers aus der Stadt geflohen sind, darüber nachdenken, wie es in ihrem Leben weiter gehen könnte. Vor allem, ob sie weiter schreiben möchte und wenn ja, was für Texte das sein sollen. Sie hat das Gefühl, nun etwas Neues ausprobieren zu müssen, sie ist offen für Inspirationen und neugierig und möchte diesen Suchprozess in New York erleben, in der Stadt, in der sie immer mal wieder gelebt hat. Dazu streift sie durch die Straßen, sie beobachtet die Menschen, wie sie vor den Bars und Cafés sitzen, entdeckt ein Kino, ein winzig kleines Zimmerkino, das ausgerechnet von dem Dokumentarfilmer betrieben wird, der in den 1960er und 70er Jahren einen legendären Film über die Rolling Stones gedreht hat, ein inzwischen hochbetagter Mann. Sie liest Salter, den amerikanischen Autor, den sie noch nicht gelesen hat, dessen neuester Roman aber gerade erschienen ist, „All that is“, und der sie so begeistert, dass sie seine anderen Romane auch …