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Rasha Khayat liest in Düsseldorf

Natürlich ist erst einmal das Wetter ein Thema, denn es ist ja schon ein bisschen verrückt, mitten im August, zur besten Schulferienzeit und bei sommerlichen Temperaturen in die Stadtbibliothek zu einer Lesung zu gehen. So eine Wasserglas-Lesung ist ja eher etwas für einen verregneten und vernebelten Novemberabend, wenn man sich in einem warmen Raum zusammendrängeln kann, um gemeinsam einer Geschichte zu lauschen. Und so freut sich Michael Serres, der Leiter des Literaturbüros NRW, auch ganz besonders über die vielen Zuhörerinnen und Zuhörer, die an diesem „vierten Sommertag“ des Jahres in das Lernstudio der Stadtbibliothek gekommen sind, so viele, dass die Mitarbeiterinnen unentwegt neue Stühle herangeschafft haben.  Und Rasha Khayat freut sich auch über die sommerlichen Temperaturen in Düsseldorf, denn in Hamburg sei sie bei tatsächlich 11 Grad in den Zug gestiegen. Das Thema der frühabendlichen Lesung ergab sich dann auf augenzwinkernde Art sehr schnell, als Serres nämlich die Delegation des Dumont-Verlages begrüßte, die aus einer – natürlich namenlosen – Stadt in der Nähe extra angereist sei. Köln und Düsseldorf, das sind die seit Ewigkeiten verfeindeten …

Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind

Saudi-Arabien ist nicht gerade ein Land, in das es Mitteleuropäer, zumal Frauen, in Scharen zieht: Ein absolutistischer König herrscht, die islamische Religion wird besonders konservativ und streng ausgelegt. Die Folgen sind die Verletzung von Menschenrechten, eingeschränkte Meinungsfreiheit und archaische Strafen wie Steinigung und Auspeitschung, von der Todesstrafe ganz zu schweigen. Für Frauen wird die Situation noch einmal schwieriger, denn sie müssen sich nicht nur in der Öffentlichkeit verschleiern und dürfen nicht Autofahren, dürfen nicht mit nicht-verwandten Männern zusammentreffen, was (universitäre) Bildung, was Arbeit, ja sogar die Krankenversorgung erschwert, sie haben vor allem nur eingeschränkte Rechte, weil sie immer einen männlichen Vormund haben, der über sie bestimmen kann, erst den Vater, dann den Ehemann. Fürwahr kein Traumland. Dorthin, nach Jeddah, fliegt Basil. Seine Schwester Layla hat ihn zu ihrer Hochzeit eingeladen. Und Basil nimmt die Einladung an, einmal natürlich, weil ihn seine Schwester darum gebeten hat, aber auch, weil er verstehen möchte, was sie zu diesem Schritt treibt. Basil und Layla, Layla und Basil, das ist die Geschichte gewesen von zwei Geschwistern, fast Zwillingen gleich, die …