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Dörte Hansen: Altes Land

Ihren Heimatroman siedelt Dörte Hansen im Alten Land an, dem Landstrich, der in der Nähe Hamburgs liegt, in dem sich die Menschen aber ihre dörflichen Strukturen und Traditionen bewahrt haben. Die großen, alten und zumeist gut gepflegten Häuser, die die Großstädter auf der Suche nach einer Alternative zum Stadtleben zum Träumen, und manchmal auch zum Kaufen bringen, die akkurat gepflegten Vorgärten mit den sauber abgestochenen Rasenkanten, das alles erweckt den wunderbaren Eindruck von ländlicher Idylle. Die es aber natürlich auch hier nicht gibt. Hansen spielt mit den Konventionen des Heimat- bzw. Dorfromans, durchbricht gängige literarische Vorstellungen, um an ihnen zu zeigen, dass auch das traditionelle Dorfleben alles andere als in Ordnung ist. Die ersten Eindringlinge in die dörfliche Gleichförmigkeit, die Flüchtlinge aus dem Osten, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs hier strandeten, verändern noch nichts an den Strukturen, sie werden verscheucht oder leben das Leben eines Außenseiters. Doch die Traditionen, das „alte“ Denken, erweist sich nicht nur als nicht mehr zeitgemäß, es zerstört mehr und mehr die Individuen, die mit ihm leben, ihm verhaftet sind. …