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Salih Jamal: Das perfekte Grau

Sie sind gestrandet in einem heruntergekommenen Hotel an der Ostsee, haben sich dort zu einem lächerlichen Lohn verdingt als Zimmermädchen, Koch, als Kofferträger und Handwerker, als Empfangsdame: Dante, der Ich-Erzähler, Rofu, der Flüchtling aus dem Sudan, Mimi, die vor viele Jahren aus London verschwunden ist und Novelle, Anfang 20, die erst verletzlich und schüchtern wirkt und im nächsten Moment ordentlich aus der Haut fahren kann und die sich heimlich an den kleinen Fläschchen aus den Hotelbars bedient. Sie alle wohnen in der ehemaligen Scheune hinter dem Hotel der alten Schmottke. Die sitzt hinter dem Empfangstresen und starrt auf ihren Fernseher und ist so geizig, dass sie ihren Mitarbeitern nicht einmal eine gute Matratze gönnt. Schon mit den ersten Sätzen entsteht das Bild des in die Jahre gekommenen Hotels vor den Augen der Leserin, sie sieht den Rost am Heizkörper, der sich auch durch noch eine Schicht Lack nicht überpinseln lässt, sieht, wie die Gäste, die dem Hotel noch die Treue halten, auch in die Jahre gekommen sind, so wie es dem ganzen Seebad wohl ergangen …