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Kathrin Gerlof: Nenn mich November

Katrin Gerlofs Roman scheint unter dem Radar der Literaturkritik zu fliegen, kaum besprochen auf den Blogs – jedenfalls habe ich noch keine Rezension gelesen -, wenig in den Zeitungen und einschlägigen Radiosendungen. Das ist schade, denn ihr Roman hat auf jeden Fall viel mehr Aufmerksamkeit verdient, seziert sie doch mit ihrer Geschichte von Marthe und David Lindenblatt, die aus Berlin in ein ziemlich verschlafenes Nest in der ostdeutschen Provinz ziehen, zumindest einen Teil aktueller deutscher Befindlichkeiten. Sie erzählt, wie so eine Abstiegsgeschichte aus dem großstädtischen Mittelstand aussehen kann und welche Tristesse auf dem Dorf herrscht, das schon alle vertrieben hat, die sich auch nur ein kleines bisschen mehr vom Leben erhoffen und das sich so wehrhaft gegen alles Fremde behauptet. Marthe und David müssen Privatinsolvenz beantragen. Daniels Geschäftsidee, kompostierbares Geschirr auf den Markt zu bringen, hat sich nicht durchgesetzt. Dabei schien das doch angesichts der Plastikmüllberge, die sich bis in die Meere erstrecken, eine gute Idee zu sein: „Papier rettet Meer“. Auch ihren Berater bei der Bank, Herrn Sommer, haben sie überzeugt, „mit einem aufgeblasenen …