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Louis Begley: Zeig dich, Mörder

Es ist ja nicht so, als hätte es nicht genügend Warnungen gegeben. Thomas Brasch hat auf seinem Blog einen veritablen Verriss geschrieben und zielte mit in seine Kritik nicht nur auf den Autor, sondern auch auf Lektoren und Verlage. Und die nach der sehr enttäuschenden Lektüre konsultierte Rezensionsübersicht auf Perlentaucher  wusste auch nichts Besseres zu berichten: Dieser Roman bzw. Krimi ist kein mörderisches Lesevergnügen. Dabei sind die Fragen, um die die Handlung kreist, durchaus interessant und spannend – und politisch hochbrisant, nicht nur für die USA. Auch in Deutschland stellen sich diese Fragen, man muss nur die Berichterstattungen rund um die Machenschaften und Seilschaften im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Gewehr beobachten – und es sind ja nun wirklich keine Verschwörungstheoretiker, die das brisante Material ans Tageslicht bringen: Welche Bedeutung also hat Gerechtigkeit in einer Demokratie? Und welche Bedeutung hat der Rechtsstaat in den USA (und in anderen demokratischen Ländern) im 21. Jahrhundert überhaupt noch? Können – und wollen – Anwälte noch ihrem Ehrenkodex nachgehen oder sind sie längst überzeugte oder irgendwie willfährig gemachte Handlanger der …