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Milena Michiko Flašar: Herr Katō spielt Familie

Es sind die Lebenskrisen, um die Milena Michiko Flašars Erzählen immer wieder kreist. Die Krisen, die so selbstverständlich zu unseren Leben dazugehören und die diejenigen, die sie treffen, doch zutiefst verstören. In ihrem letzten Roman „Ich nannte ihn Krawatte“ trifft ein junger Hikikomori, als der sich nach Monaten des Einschließens in sein Zimmer eine Bank im nahegelegenen Park zu seinem neuen sicheren Hafen wählt, auf einen älteren Angestellten, einen Saleryman, der, gekleidet in Anzug und mit Krawatte, auch jeden Tag im Park verbringt. Weil er arbeitslos ist und sich nicht traut, seiner Frau diese Schande zu gestehen. Die beiden kommen ins Gespräch und tauschen, ganz vorsichtig, Stück für Stück ihre Geschichten aus. Und nun, in ihrem aktuellen Roman, ist es Herr Katō, der sich nicht mit seiner neuen Situation als Rentner aussöhnen kann, den also in eine existentielle Krise stürzt, was viele sich ihr Berufsleben lang als geradzu paradiesischen Zustand vorstellen. Herr Katō jedenfalls ist ziemlich ratlos, was er mit seiner neuen Freiheit anfangen soll. Im Büro hat er erzählt, er würde mit seiner Frau …