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Ulrike Almut Sandig: Buch gegen das Verschwinden

Wer vom Verschwinden erzählt, der nutzt schon ein mächtiges Werkzeug, um geradezu zu verhindern, dass etwas verschwindet. Denn wer darüber eine Geschichte erzählt, der hat ja schon ein Gegenüber gefunden, der beim Zuhören – oder Lesen – das Erzählte in viele lebendige und bunte Bilder überträgt, an die er sich erinnert, die er vielleicht seinerseits weitererzählt. So heißt Ulrike Almut Sandigs Buch auch ganz programmatisch „Buch gegen das Verschwinden“, denn die sechs Erzählungen, die sie hier versammelt hat und die alle um ganz verschiedene Aspekte des Verschwindens kreisen, werden ja so geradezu dem Verschwinden entrissen. Ulrike Almut Sandigs Art des Erzählens merkt man deutlich an, dass sie auch Lyrikerin ist und ihre Worte ganz genau zu setzen weiß. Wie ein Maler mit wenigen Strichen, so kann sie mit wenigen Worten Umgebungen, Landschaften, Charaktere und Lebensgeschichten vor uns entstehen lassen und Atmosphären schildern, die uns Leser fesseln. Und ihre Geschichten? Auch die wissen zu fesseln, obwohl – oder gerade weil – sie aus Leben zu stammen scheinen, die auch unsere Leben sein könnten. Ihre Geschichten kommen, …