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Reinhard Kleist: Der Traum von Olympia. Die Geschichte von Samia Yusuf Omar

Samias Geschichte ist unglaublich – und dramatisch. Ein Leben, wie es sich kein Autor ausdenkt, der sich nicht den Vorwurf einhandeln möchte, völlig abwegige Geschichten zu schreiben. Ein Leben im Scheinwerferlicht einer Olympiade, das dann doch auf der Flucht über das Mittelmeer nach Europa endet. Samia Yusuf Omar ist Sportlerin gewesen in einem Land, in dem Sport nicht weit entwickelt ist, in dem Sport von Frauen sowieso angefeindet wird. Sie stammt aus Somalia, ist die Tochter einer Obstverkäuferin, die selbst Sportlerin war, der Vater ist tot, wahrscheinlich ein Opfer der Bürgerkriege im Land, das seit den 1990er Jahren keine stabile Regierung mehr hat, sondern aufgeteilt ist zwischen unterschiedlichen Machtinteressen, radikale Islamisten bilden eine davon. Samia aber liebt den Sport und besonders die Leichtathletik. Sie trainierte die Sprintdisziplinen, den 100- und den 200-Meter Lauf. Bei der Olympiade 2008 in Peking marschierte sie mit der kleinen Delegation Somalias stolz ins Stadion, in ihrem 200-Meter-Vorlauf schied sie, zwar mit persönlicher Bestzeit, als letzte Läuferin aus; Veronica Campell-Brown ist alleine im gleichen Vorlauf wie Samia Omar über 10 Sekunden …